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Aktion Helden des Alltags: Als Betroffener eine Selbsthilfegruppe gegründet

Aktion Helden des Alltags : Als Betroffener eine Selbsthilfegruppe gegründet

Wenn sich an einem Sonntag im Advent sechs Jugendliche in der Küche von Richard Lange zum Kekse backen und Kränze binden treffen, wird das eine ganz spezielle Zusammenkunft.

Vier der jungen Leute leiden unter Neurofibromatose, einer Erbkrankheit, bei der die Betroffenen eine genetische Veranlagung zur Tumorentwicklung aufweisen. "Einmal im Monat biete ich den Jugendlichen eine Plattform zum Austausch; lade ein zum Spieleabend, zum Kochen oder zu einer Fahrradtour", erzählt Lange, der seit seinem 18. Lebensjahr als Jugendleiter arbeitet und selbst Neurofibromatose hat. Vor mehr als zwei Jahren gründete Richard Lange das Grevenbroicher Selbsthilfe-Projekt "Neurofibromatose und Freunde".

Neben einem Freizeitangebot bietet er den Jugendlichen Informationen rund um die Krankheit und zu Berufsperspektiven. Gemeinsam hat die Gruppe den Tag der Begegnung, ein großes Familienfest für Menschen mit und ohne Behinderung, besucht. Der 55-jährige Kaufmann aus Grevenbroich leitet außerdem eine Neurofibromatose-Selbsthilfegruppe für Erwachsene sowie die Sportgruppe "Aktiv und Fit" beim TV Orken. Finanzielle Unterstützung braucht Lange vor allem für die Ferienfreizeit im Sommer — 2014 will die Jugendgruppe an einem internationalen Kinder- und Jugendcamp in Belgien teilnehmen. Langes Traum: "Träger der freien Jugendhilfe werden, damit ich meine Teilnehmer, die jetzt 18 Jahre alt sind, selbst zu Jugendleitern ausbilden kann."

Richard Lange gehört zu den Kandidaten der Aktion "Helden des Alltags" von RWE und NGZ. Vom 5. bis 8. Dezember können die NGZ-Leser für ihren Kandidaten telefonisch abstimmen. Die Bekanntgabe der Sieger ist am 20. Dezember.

(NGZ)