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Ahnenforschung in Grevenbroich: Drei Millionen Daten zur Verfügung

Angebot vom Arbeitskreis für Familienforschung : Drei Millionen Daten stehen bereit

Der Arbeitskreis für Familienforschung, der zum Geschichtsverein Grevenbroich gehört, hat nun mehr als drei Millionen Einträge zusammengetragen und in der Datenbank „Genius“ zur Verfügung gestellt.

Alleine für Grevenbroich sind dort 67.000 Fakten für Geburten oder Taufen, 19.000 für Hochzeiten und 82.000 für Sterbefälle und Beerdigungen gespeichert und für die Recherche freigegeben. Hinzu kommen viele Einträge aus den Kirchengemeinden und Einträge für Bedburg, Jüchen und bald auch für Korschenbroich.

Das bedeutete viel Arbeit für Heinz Otto Schnier, Heinz-Dieter Warten und Stefan Faßbender, die den 2006 ins Leben gerufenen Arbeitskreis gemeinsam verwalten. „Das hat sich über Jahre gezogen“, sagt Schnier. Die drei Familienforscher haben unzählige Urkunden aus Kirchenbüchern und Akten von Standesämtern ausgewertet und in die Datenbank übertragen. Ein Teil der Daten stammt zudem von anderen Anbietern.

Die Datenbank des Arbeitskreises für Familienforschung bietet einige Vorteile. Der gewollten Daten könnten einfach und schnell gefunden werden, sagt Schnier. „Man muss nicht alle Archive persönlich abklappern und Name für Name durchgehen.“ Dabei helfen bestimmte Suchalgorithmen, die in die Datenbank eingebaut worden sind. So lassen sich die Einträge für einzelne Orte oder für das gesamte Gebiet bequem anzeigen und sichten. Dabei unterstützen darüber hinaus sogenannte Filterfunktionen, mithilfe derer die Fülle von Daten eingegrenzt werden kann. Familienforscher, die in der Datenbank nach Informationen über ihre Ahnen suchen, können zum Beispiel einstellen, ob es sich um eine männliche oder weibliche Person handelt.

Mit ein paar Klicks können ausgewählte Daten dann in den digitalen Warenkorb gelegt, heruntergeladen und ausgedruckt werden. Die geschichtlichen Informationen aus den Stadtarchiven, den Standesämtern oder Kirchenbüchern sind für Grevenbroich so aktuell wie es nur geht, versichert Schnier. „Vor einigen Wochen habe ich noch neuere Unterlagen vom Standesamt digitalisieren lassen“, sagt er. „Bei den Sterbeurkunden reicht unsere Datenbank nun beispielsweise bis zum Jahr 1989 zurück.“ Urkunden, die später erstellt worden sind, seien noch nicht für die breite Öffentlichkeit freigegeben, sondern jeweils nur für Familienmitglieder. Sterbeurkunden dürften 30 Jahre nach der Erstellung in die Datenbank aufgenommen werden, Eheschließungen nach 80 Jahren und Geburten sogar erst nach 110 Jahren.

Der Service des Arbeitskreises für Familienforschung ist zudem immer kostenlos. Erst wenn eine Kopie einer Urkunde aus den Archiven geholt beziehungsweise dort kopiert werden, fallen Kosten an. „Das ist ein geringer Obolus“, sagt Schnier. Im Stadtarchiv Grevenbroich koste eine Kopie derzeit 70 Cent pro Seite. Der Gang in die Archive sei dabei gar nicht notwendig, ergänzt Schnier. Besonders bei Informationen aus Kirchenbüchern sei der Gang ins zuständige Archiv zusätzlich erschwert. Viele Pfarrhäuser hätten ihre Daten zum Erzbistum nach Köln geschickt. „Nicht jeder Ahnenforscher möchte eine Urkunde haben“, sagt Schnier. „Oft reichen auch die Daten aus, die wir über unsere Datenbank zur Verfügung stellen.“ Jan Luhrenberg