Grevenbroich: Ärztehaus öffnet im Dezember

Grevenbroich: Ärztehaus öffnet im Dezember

Der Rhein-Kreis investiert in die Patientenversorgung. Für 16,5 Millionen Euro entsteht neben dem Krankenhaus ein Ärztehaus mit Praxen auf vier Ebenen. Die Arbeiten gehen zügig voran, die Eröffnung soll noch in 2010 erfolgen.

Wie ein Kunstwerk des Verpackungskünstlers Christo wirkt das künftige Ärztehaus neben dem Grevenbroicher Kreiskrankenhaus St. Elisabeth. Wann der fertige Rohbau enthüllt wird, ist noch offen. "Das machen wir vom Wetter abhängig", erklärt Kreiskrankenhausdirektor Hubert Retzsch (65) auf Anfrage. "Die dicken Planen haben uns gut durch den strengen Winter gebracht. Wir haben kräftig geheizt, so konnte trotz Eis und Schnee problemlos durchgearbeitet werden."

Zum Hintergrund: Der Rhein-Kreis Neuss baut zwischen Krankenhaus und Schwesternwohnheim (samt Verwaltung) ein großzügig konzipiertes Ärztehaus. Der Neubau soll künftig über 20 Fachärzte beheimaten. Die Fertigstellung des 16,5 Millionen Euro teuren Projektes ist für November 2010 anvisiert. Die offizielle Eröffnung will Hubert Retzsch im Dezember vornehmen.

Der Krankenhausdirektor ist guter Dinge, die Termine halten zu können: "Bislang liegen wir noch im Zeitplan und im kalkulierten Kostenrahmen." Derzeit geben sich die Handwerker im Bau die Klinke in die Hand. "Nachdem jetzt alle Fenster drin sind, ist der Innenausbau angelaufen." Als Stichworte nennt Retzsch nur "Elektro, Sanitär und Heizung – alles spielt sich derzeit parallel ab".

Auf vier Ebenen verteilt, sind bis zu zehn Facharztpraxen vorgesehen. Aktuell gibt es "Vorvereinbarungen mit acht Praxen" und Gespräche mit zwei weiteren Interessenten. Retzsch spricht derzeit von 21 Medizinern, die allesamt aus dem Grevenbroicher Umfeld stammen. "Wir sind jetzt dabei, die Mietverträge, individuell auf jede Praxis abgestimmt, zu erstellen." Von der Anästhesie und Augenheilkunde bis hin zur Orthopädie und der Zahnmedizin reicht die Bandbreite. Ein Augenoptiker und eine Apotheke werden das Angebot komplettieren. Die Zusagen der Mieter gibt es schon. Die frühere Kritik der umliegenden Hausärzte ist verstummt. Sie hatten befürchtet, dass in einer Diabetes-Praxis Hausärzte arbeiten könnten. Für Retzsch ist das Thema passé: "Die Diabetologen, die auch als Hausärzte arbeiten, werden keine Räume beziehen."

Der Krankenhausdirektor sieht in der Verzahnung von Klinik und Fachpraxen eine optimale und kostengünstigere Versorgung für die Patienten – speziell vor dem Hintergrund des sich verstärkenden Facharztmangels. Landrat Hans-Jürgen Petrauschke hatte bereits beim Richtfest im November die "optimale medizinische Patientenversorgung auf dem neuesten Stand der Technik" in Aussicht gestellt.

(NGZ)