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Grevenbroich: Ärzte ziehen ins Finanzamt

Grevenbroich : Ärzte ziehen ins Finanzamt

Das geplante medizinische Versorgungszentrum im früheren Finanzamt im Bahnhofsviertel soll zum 1. April öffnen. So sehen es die Pläne der Mediziner um Dr. Joachim Treppmann vor. "Es wird keine Suchtklinik", sagt er.

Das medizinische Versorgungszentrum, das der Arzt Dr. Joachim Treppmann zusammen mit Kollegen in der Nebenstelle des ehemaligen Finanzamtsgebäudes an der Bahnstraße plant, nimmt konkrete Formen an. Ein Sprecher des Bau- und Liegenschaftsbetriebs NRW bestätigte gestern auf NGZ-Nachfrage, das Gebäude sei "so gut wie verkauft". Treppmann erklärte, das medizinische Versorgungszentrum solle zum 1. April öffnen. "Das ist unser Ziel", betonte er. Zugleich wies er Gerüchte zurück, dass eine Suchtklinik in dem als "grünes Finanzamt" bekannten Gebäude geplant sei. "Das ist nicht der Fall", stellte Treppmann klar.

Solche Gerüchte hatten sich in der Stadt hartnäckig gehalten, nachdem das Interesse der Mediziner an dem in Bahnhofsnähe gelegenen Standort im vergangenen Jahr bekannt geworden war. Treppmann behandelt in seiner Praxis in der Südstadt unter anderem Methadon-Patienten. Bevölkerung und Politik hatten deshalb mit Sorge auf die Pläne der Mediziner reagiert, es könne eine Art Methadon-Tourismus zur Bahnstraße entstehen. Treppmann hatte dies als unbegründet zurückgewiesen.

Auch wenn das geplante medizinische Versorgungszentrum keine Suchtklinik wird, sollen dort dennoch auch Abhängigkeitserkrankungen behandelt werden. "Wir werden rund 2000 Patienten behandeln. Darunter werden auch Menschen sein, die an Abhängigkeitserkrankungen leiden", sagt Treppmann. Dabei handelt es sich auch um Spielsucht oder Internetabhängigkeit — und nicht, wie oft angenommen, ausschließlich um Alkohol- und Drogenabhängigkeit. Neben Treppmann sollen ein Neurologe, ein Psychiater, eine Kinder- und Jugendpsychotherapeutin sowie eine Ergotherapeutin in die ehemaligen Finanzamtsräume ziehen. "Noch sind jedoch nicht alle Verträge unterschrieben", sagt Treppmann. Weitere Details möchte der 65-Jährige zum jetzigen Zeitpunkt nicht nennen. Fest steht allerdings, dass seine Praxis in der Südstadt erhalten bleibt. "Patienten, die dort wohnen, müssen keine langen Wege auf sich nehmen", sagt Treppmann.

Mit der neuen Nutzung des früheren Finanzamtsgebäudes wäre an der Bahnstraße endlich Bewegung. Der Bau stand seit knapp einem Jahr leer. Damals war das Finanzamt in den Neubau an die Merkatorstraße gezogen. Geht es nach dem Willen von Politik und Verwaltung, dann bekommt die Bahnstraße in den kommenden Jahren ohnehin ein ganz neues Aussehen: Der Bereich zwischen Bahnhof und Innenstadt soll attraktiver gestaltet werden. Dafür konkurriert die Stadt jetzt mit anderen Kommunen um Fördergeld vom Land.

Bei der Planung müsste das medizinische Versorgungszentrum dann einbezogen werden.

(NGZ)