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Grevenbroich: Ärzte-Haus: Händler in Sorge

Grevenbroich : Ärzte-Haus: Händler in Sorge

Das geplante medizinische Versorgungszentrum im ehemaligen Finanzamtsgebäude an der Bahnstraße stößt auf Kritik bei Händlern. Aus der Politik gibt es zunehmend Zustimmung für Dr. Joachim Treppmann und seine Kollegen.

Die Sorge ist noch nicht ganz verflogen. Auch wenn Dr. Joachim Treppmann klarstellte, dass es sich bei dem im ehemaligen Finanzamtsgebäude an der Bahnstraße geplanten medizinischen Versorgungszentrum nicht um eine Suchtklinik handeln werde, reagieren die benachbarten Einzelhändler mit Skepsis. Das bestätigt Fred Leven, Vorsitzender der Initiative "Händler des Bahnhofscarree". "Ich würde mir mehr Aufklärung wünschen. Wir müssen erfahren, was genau die Ärzte dort planen", betont Leven.

Nach wie vor sei die Sorge groß, dass dort in Zukunft ein Schwerpunkt-Zentrum zur Behandlung von Methadon-Patienten errichtet werde. Entsprechende Befürchtungen hatte es nach Bekanntwerden der Pläne der Mediziner bereits im vergangenen Jahr gegeben — trotz relativierender Erklärungen Treppmanns. Ein bisschen nach dem Stille-Post-Prinzip hatten sich die Emotionen hochgeschaukelt. Ein Kritikpunkt: Mit Blick auf die von Politik und Verwaltung geplante Aufwertung der Bahnstraße sei eine solche Nutzung ein Rückschlag.

SPD-Ratsfrau Martina Suermann machte gestern deutlich, dass sie der Meinung ist, die Pläne der Mediziner passten nicht zum Innenstadtkonzept. Dies habe sie Dr. Treppmann in einem längeren Gespräch dargelegt. "Ich halte das Projekt der Ärzte zwar für wichtig. Die Wahl des Standorts ist jedoch falsch", sagte Suermann. "Immerhin sind dort auch Schulen und Kindergärten in der Nähe."

Stephen Haines, Vorsitzender der Mittelstandsvereinigung (MIT) der CDU, teilt solche Bedenken nicht. Er sieht die Pläne der Mediziner positiv. "In der Südstadt, wo Dr. Treppmann bereits Methadon-Patienten behandelt, hat es nie Beschwerden gegeben. Und dort sind auch Kindergärten und Schulen in der Nähe", sagt Haines.

Auch FDP-Fraktionschef Manfred Hermanns ist von dem Konzept überzeugt. "Ich halte nichts von Panikmache. Ängste halte ich in dieser Sache zwar für verständlich, aber auch für unbegründet", sagt Hermanns. Um dies zu unterstreichen, nennt er ebenfalls die Methadon-Patienten als Beispiel, die Treppmann in der Südstadt behandelt. Diese seien "praktisch nie auffällig geworden". Hermanns verweist dabei auf seine Erfahrungen im Polizeidienst.

Rolf Göckmann, Fraktionsvorsitzender der Aktiven Bürger Grevenbroich (ABG), begrüßt die neue Nutzung des alten Finanzamtsgebäudes durch das geplante medizinische Versorgungszentrum ebenfalls. "Dr. Treppmann hatte vor geraumer Zeit den einzelnen Fraktionen sein Konzept vorgestellt. Dieses Konzept war sehr überzeugend", erklärt Göckmann. Es werde der Stadt "zu Gute kommen" und müsse "in das neue Bahnstraßen-Konzept eingebaut werden".

(NGZ)