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Grevenbroich: Ärger wegen Park-Knöllchen

Grevenbroich : Ärger wegen Park-Knöllchen

Seit einigen Wochen hagelt es Park-Knöllchen an der Jülicher Straße in Elsen. Anwohner beschweren sich: Die vom Ordnungsamt der Stadt verteilten Strafzettel seien ungerechtfertigt. Einige wollen nicht mehr zahlen.

Und wieder sind 15 Euro fällig. Es ist nicht das erste Knöllchen wegen Falsch-Parken, über das sich Monika Hungenberg ärgert. Sie fühlt sich ungerecht behandelt: "Das ist eine Unverschämtheit. Jahrelang hat die Stadt hier so gut wie keine Knöllchen geschrieben, jetzt vergeht kaum ein Tag, an dem nicht ein Nachbarn oder wir eines hinter dem Scheibenwischer haben, sagt die 32-jährige aufgebracht.

Der Stein des Anstoßes: In mehreren Biegungen führt die Jülicher Straße Richtung Gustorf. In der Kurve, an der das geschlossene Restaurant La Grotta liegt, stellt die Stadt laut anwohnern Park-Knollen auch außerhalb der ausgewiesenen Park- und Halteverbotszonen aus.

Unter anderem "erwischte" es Reiner Mosmüllers Wagen auf der östlichen Straßenseite. "Das Ordnungsamt begründet das Knöllchen mit Parken in einer scharfen Kurve. Die kann ich aber dort überhaupt nicht erkennen. Das Verhalten der Stadt ist nicht korrekt" so Mosmüller, der Widerspruch eingelegt hat. Das absolute Haletverbot beginnt dort erst einige Häuser weiter.

Monika Hungenberg berichtet sogar von einem Fall, in dem der Zettel des Ordnungsamtes mit derselben Begründung am Wagen ihres Mannes südlich der Einmündung Fürther Berg geklemmt habe. Der Abschnitt dort verläuft aber fast schnurgerade, die Kurve ist längst zu Ende. Aus Sicht der Anlieger auffällig: "Jahrelang hat das Ordnungsamt hier keine Straftzettel geschrieben, Zudem hat die stadt hier dreimal das Aufstellen von Baucontainern genehmigt", erklärt Mosmüller.

Monika Hungenberg sieht jetzt nach der Aktion des Ordnungsamtes eine neue Gefahr: "Nachdem die Anwohner nun woanders parken, um keine Köllchen zu riskieren, haben Raser hier freie Fahrt, Manche rasenjetzt mit Tempo 70 und mehr durch. Das ist eine große Gefahr, hier wohnen viele Kinder", sagt die Mutter eines fünf Jahre alten Sohnes. Sie will künftig die Strafzettel nicht mehr zahlen. "Ich warte auf den Bußgeldbescheid" — notfalls wolle sie auf eine Klage ankommen lassen.

Zu einzelnen Strafzetteln nimmt Stadtsprecher Andreas Sterken keine Stellung, doch er bestätigt, dass der Bereich an der Jülicher Straße "seit Jahresanfang intensiver überwacht wird". Der Anlass seien "Anliegerbeschwerden mit entsprechenden Fotos von zugeparkten, blockierten Zufahrten". Diese zeigte die Schwierigkeiten für den Verkehr, "an den geparkten Autos vorbeizukommen", so Sterken. Auch wenn keine Halteverbotsschilder stehen, darf laut Straßenverkehrsordnung nur so geparkt werden, "dass andere nicht behindert beziehungsweise gefährdet werden".

(NGZ/rl)