Grevenbroich: Ärger wegen Anliegerbeiträgen

Grevenbroich: Ärger wegen Anliegerbeiträgen

Rudolf Ackermann aus Elsen fordert, dass die Grundstückseigentümer an der Königstraße früher über die Anliegerbeiträge informiert werden sollen. So würden Aufregung und Gerüchte vermieden.

Eine frühere Information der Bürger über Anliegerbeiträge, mit denen sie belastet werden, fordert Rudolf Ackermann. Der 70-Jährige wohnt an der Königstraße, an der in mehreren Abschnitten Kanäle und Straßen erneuert werden. Für letztere müssen Grundstückseigentümer im Rahmen der Anliegerbeiträge einen beträchtlichen Teil der Zeche zahlen. Doch: "Für den zweiten, 2018 anstehenden Bauabschnitt zwischen Stephan- und Goethestraße, wurden die Anwohner bislang nicht informiert", sagt Ackermann. Das gelte auch für die finanzielle Belastung- die Folge seien Aufregung und Gerüchte über die Kosten.

Ackermann wollte es genau wissen, nahm mit dem Grünen-Ratsherrn Dieter Dorok Kontakt auf, wandte sich an die Stadt, erhielt dort Infos über das Bauprojekt und eine Schätzung für seinen Anliegerbeitrag. Für das Haus sei mit einer Belastung von rund 2360 Euro zu rechnen, deutlich weniger als die "im Raum stehenden 8000 bis 15.000 Euro", erklärt Ackermann.

Allerdings stünden andere an der Straße weiter ohne Info da: "Für manchen, der vielleicht sein Haus abbezahlt, bedeutet der Anliegerbeitrag eine große Belastung, auf den er sich frühzeitig einstellen muss. Aus meiner Sicht wäre eine Information über die in etwa entstehenden Kosten sechs bis zwölf Monate vor der Maßnahme notwendig, damit die Gerüchteküche nicht überkocht", sagt er.

Das sieht auch Grünen-Politiker Dieter Dorok so, der im Rat eine Anfrage startete. Weder hätten Anlieger des laufenden Bauabschnitts bis zur Stephanstraße konkrete Kostenangaben, noch seien die des zweiten Abschnitts informiert. "Die Stadt sollte einen Ansprechpartner nennen, an den sie sich wenden können, und auf der Stadt-Homepage informieren", sagt Dorok. Im Rat erklärte Stadtbetriebe-Vorstand Monika Stirken-Hohmann, dass für das erste Teilstück die genauen Kosten noch nicht ermittelt seien. Für den zweiten Abschnitt läuft das Vergabeverfahren noch, mit dem Baubeginn rechnet die Gesellschaft für Wirtschaftsdienste (GWD), die für die Kanäle zuständig ist, im Juni.

Aber noch einen anderen Wunsch haben Ackermann und andere Anwohner - "dass der Durchgangsverkehr aus unserer Straße herausgenommen wird". Viele Autofahrer würden die Königstraße als Abkürzung etwa Richtung L 116 nutzen.

(NGZ)