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Grevenbroich: Ärger ums Wabenhaus

Grevenbroich : Ärger ums Wabenhaus

Das Urteil ist deutlich: Als "Schandfleck" bezeichnet CDU-Chef Norbert Gand das Hochhaus am Elsbachtunnel – und würde einen Abriss befürworten. Auch im Integrierten Stadtentwicklungskonzept ist das ein Thema.

Der Name klingt sperrig: Integriertes Stadtentwicklungskonzept. Hinter diesem Begriff steht ein Papier, das Gewicht hat. Denn es zeigt vor allem Richtlinien für die Gestaltung des Bahnhofsviertels auf; das soll künftig liebens- und lebenswerter gestaltet werden. Das Konzept wurde jetzt vom Rat verabschiedet – mit der Hoffnung der Politiker auf Landeszuschüsse. Die wohl nicht vergebens sein dürften. Denn Planungsdezernent Werner Hoffmann hat – wie er sagt – "positive Andeutungen" aus Düsseldorf erhalten, dass für 2013 mit Fördergeldern zu rechnen sei.

Das Konzept zeigt Missstände in der City auf, nicht nur im Bahnhofsquartier. Auch der Stadteingang wird ins Visier genommen, konkret das sogenannte Wabenhaus am Elsbachtunnel. Dieses Hochhaus sei "nicht nur städtebaulich ein Problemfeld", heißt es in dem Konzept – und weiter: "Hier stellt sich die Frage nach einer Sanierung, beziehungsweise sogar die eines Ersatzbaus an anderer Stelle."

Wie Werner Hoffmann versichert, seien das lediglich Gedanken, die in den Workshops zum Entwicklungskonzept formuliert worden seien. Doch Kommunalpolitiker drängen darauf, die Zukunft dieses Hauses in die öffentliche Diskussion bringen zu wollen.

Allen voran CDU-Chef Norbert Gand, der deutlich wird: "Dieses Haus ist nicht nur ein Schandfleck, sondern auch ein sozialer Brennpunkt, der entflochten werden muss." Gand würde sich wünschen, dass ein Investor entsprechenden neuen Wohnraum für die Mieter schaffen würde: "Und zwar dort, wo sie in das normale Leben integriert werden können – mitten in der Stadt und nicht in einer solchen Mietskaserne." Einen Abriss des Hochhauses würde Gand befürworten – "doch es befindet sich in Privatbesitz, da haben wir leider keinen Einfluss", beklagt er.

Auch Martina Suermann wünscht sich eine Verbesserung des Wohnumfeldes am Wabenhaus. "Die Stadt würde davon profitieren", ist sich die SPD-Ratsfrau sicher. Eine Sanierung des Gebäudes aus den 70er Jahren würde sie befürworten, aber auch über den Bau von neuen Wohnungen müsse nachgedacht werden – "um die Integration und die Lebenssituation der Bewohner zu verbessern", wie Suermann zu bedenken gibt.

Der Besitzer des Gebäudes war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Allerdings wurde gegen ihn nach NGZ-Informationen am 3. September am Amtsgericht Düsseldorf ein Insolvenzverfahren eröffnet. Bewohner des Wabenhauses hadern schon lange mit dem Zustand des Gebäudes. Michael Alberts zum Beispiel klagt über massive Mängel. "In manchen Balkonen sind faustgroße Löcher. Aber es passiert einfach nichts", sagt er. "Wir werden damit einfach im Stich gelassen."

(NGZ)