1. NRW
  2. Städte
  3. Grevenbroich

Grevenbroich: Ärger über Müll im See

Grevenbroich : Ärger über Müll im See

Hinter dem Fachmarkt am Hammerwerk liegt der Knauber-See. Anwohner beschweren sich immer wieder über Müll, werfen der Stadtverwaltung Untätigkeit vor. Stadtsprecher Andreas Sterken weist die Angriffe zurück.

Es ist ein See, den fast niemand kennt — obwohl er mitten in Grevenbroich liegt. Aber es ist auch ein See, den niemand kennen möchte — denn der sogenannte Knauber-See hinter dem Fachmarktzentrum am Hammerwerk ist eine der größten Ekel-Ecken in der Stadt.

Rita Schmitz, Anwohnerin auf dem Grönland-Gelände, ärgert sich fast täglich über diese Dreckdeponie. "Es ist einfach ekelhaft, wie das Gelände zugemüllt wird. Und kaum ist der Abfall mal beseitigt, ist es schon wieder schmuddelig." Was Rita Schmitz besonders erbost: "Die Stadtverwaltung reagiert nicht. Statt ,Bundeshauptstadt der Energie' sollte Grevenbroich treffender ,Stadt des Mülls' heißen."

Den Knauber-See kennt auch Rathaus-Sprecher Andreas Sterken. "Ja, es gibt immer wieder Beschwerden von Bürgern." Allerdings hält Sterken das umzäunte Gelände, das sich im Besitz der Stadt Grevenbroich befindet, nicht für ein dringendes Problem. "Bei den Verschmutzungen dort handelt es sich um extremes Verhalten. Wenn etwa Müll über einen hohen Zaun geworfen wird, dann steckt dahinter schon eine beträchtliche kriminelle Energie."

Aufgabe der Stadt sei es weniger, extremes Müllverhalten zu bekämpfen, als vielmehr für eine Grundsauberkeit zu sorgen. Und die würde sich die Stadt pro Jahr 600 000 Euro kosten lassen: 33 Reinigungstouren würden im Stadtgebiet absolviert, 12 000 Stunden seien die Mitarbeiter der WGV unterwegs, hinzu kämen Papierkorb-Leerungen an Haltestellen der EGN oder die Straßenreinigung mit der Kehrmaschine.

Rita Schmitz ekelt sich trotzdem vor dem Knauber-See: "Hier findet man verdorbenes Fleisch, Speisereste, alten Müll." Auch Engelbert Garber hat ähnliche Erfahrungen gemacht: "Oft schwimmen ganze Kartons von altem Brot im Wasser — das Gelände ist ein Fall für das Gesundheitsamt." Dessen Mitarbeiter habe er auch schon eingeschaltet — diese habe ihn auch an das Ordnungsamt der Stadt verwiesen. Engelbert Garber wirft der Verwaltung vor, zu wenig zu unternehmen: "Die Stadt spielt das Problem herunter."

Stadtsprecher Andreas Sterken sieht das anders: "Das Gelände wird situativ gereinigt, also immer dann, wenn sich Bürger beschweren." Zudem hätte die Zahl der Beschwerden abgenommen, seitdem ein Abfallcontainer abgebaut worden sei.

Auch Rita Schmitz schlägt eine Lösung des Müllproblems vor: "Das Ordnungsamt hat doch eine Bußgeldverordnung erhoben. Vielleicht sollte man diese Bußgelder mal eintreiben."

(NGZ/rl)