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Grevenbroich: Ärger im neuen Kindergarten

Grevenbroich : Ärger im neuen Kindergarten

Vor zwei Wochen zog die Neurather Kindertagesstätte "Villa Bärenspaß" an die Donaustraße um. Nun klagen Eltern: Weder das Kita-Gebäude noch das Außengelände seien fertig. Die Stadt kündigt eine Elternversammlung an.

Recken ist angesagt: Nur mit weit ausgestreckten Armen erreichen Jona und Lennart den Wasserhahn — die Waschbecken für eine Gruppe der Kita "Villa Bärenspaß" sind zu hoch montiert. Das ist nur einer von zahlreichen Kritikpunkten von Eltern. "Vieles ist im Haus noch nicht fertig. Und auf dem Außengelände ist noch gar nichts gemacht", sagt Manuela Muschalla, stellvertretende Vorsitzende des Elternbeirats, verärgert. "Viele Eltern sind sauer."

In der neuen Kita sieht noch vieles nach Baustelle aus: Lennart Muschalla (l.) und Jona Fenners (r.) vor dem noch nicht fertigen Eingang. Foto: Lothar Berns

In den Ferien war die Kita von der Frimmersdorfer Straße ins Barbarahaus an der Donaustraße umgezogen, das für 711 000 Euro umgebaut wurde. Nun ist Platz für drei statt bislang eine Gruppe, erstmals können Unter-Dreijährige aufgenommen werden. Doch mit dem Ergebnis sind laut Muschalla viele Eltern nicht zufrieden. "Auf dem Außengelände liegt immer noch Bauschutt", schildert Muschalla. "Als es in den vergangenen Tagen schön warm war, mussten die Kinder drinnen bleiben. Zumindest ein Sandkasten zum Anfang wäre super gewesen", sagt die Mutter. "Auf unsere Anfrage konnte Barbara Ropertz von der Stadt keinen Bautermin für die Fläche nennen."

Eltern kritisieren, dass auch das Kita-Außengelände noch nicht fertig ist. Foto: Berns, Lothar

Auch auf Mängel in der Kita weist die 34-Jährige hin: "Die Garderobenhaken fehlen, die Jacken liegen auf Bänken und zum Teil auf dem Boden. Und die bestellten neuen Möbel sind noch nicht geliefert", so Muschalla. "Außerdem wurde uns versichert, dass die bestehende Gruppe beim Umzug gleich in ihre endgültigen Räume kann. Doch zunächst kam sie ins Erdgeschoss, in etwa sechs Wochen sollen die Kinder ins Obergeschoss um ziehen und müssen sich noch einmal umgewöhnen", sagt die Elternvertreterin.

"Dabei haben viele Kinder bereits Probleme, sich an das neue Gebäude zu gewöhnen." Der Grund für den doppelten Umzug: "Möbel fehlen, und die Gruppenküche ist nicht eingebaut. Warum ist der Kindergarten nicht im alten Gebäude geblieben, bis hier alles fertig ist?", fragt die Mutter.

Im Rathaus nimmt Fachdienstleiter Paul Janus Stellung: "Die Unterbringung an der Frimmersdorfer Straße war ein Provisorium. Wir dachten, dass wir mit dem Umzug Kindern und Eltern etwas Gutes tun." Der Zeitplan sei mit dem Beirat besprochen worden. Möbel gebe es für die eine bislang vorhandene Gruppe genügend, und die Gestaltung des Außengeländes soll "nächste Woche starten und vor Weihnachten abgeschlossen sein", kündigt Janus an. Er räumt aber ein: "Die Becken für eine Gruppe sind tatsächlich zu hoch angebracht. Wir suchen dafür eine Lösung."

Wegen der Kritik lädt die Stadt nun die Eltern zu einer Versammlung ein — für kommenden Dienstag, 30. Oktober, 17 Uhr.

(NGZ/rl)