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Grevenbroich: "Ägypten ist mir zu unsicher"

Grevenbroich : "Ägypten ist mir zu unsicher"

Die Wevelinghovenerin Katja Kottmann hält sich im ägyptischen Urlaubsort Sharm el Sheikh auf. Die Lage ist dort noch ruhig, aber angespannt. Kottmann hofft, am Donnerstag ausreisen zu können.

In den ägyptischen Urlaubsort Sharm el Sheikh sind die Panzer eingerollt. Ägypten versinkt im Chaos, und mittlerweile sind auch die Urlaubsorte am Roten Meer davon betroffen. Mittendrin ist die 37-jährige Wevelinghovenerin Katja Kottmann. Sie hält sich zurzeit in der Touristenhochburg Sharm el Sheikh auf und macht sich Sorgen, wie sich die Lage in den nächsten Tagen entwickeln wird.

Das Internet ist gekappt

Kottmann kennt das Land, sie ist kein gestrandeter Urlaubsgast; sie arbeitet seit zweieinhalb Jahren als Floristin in den Luxushotels der Red-Sea-Kette. In sieben sogenannten "floral towers" hat sie die Geschäftsführung übernommen. Die NGZ konnte sie gestern per Facebook erreichen. In einem Hotel hatte sie Zugang zum Internet gefunden – kein leichtes Unterfangen in diesen Tagen: "Das ganze Netz ist gekappt", schreibt sie.

Katja Kottmann berichtet als Augenzeugin aus Sharm el Sheikh: "In den Hotels sind alle sehr nervös, machen aber gute Miene zum bösen Spiel", schreibt sie. Skandinavier, Holländer und Amerikaner seien mittlerweile aufgefordert worden, das Land zu verlassen. "Sie werden ausgeflogen. Nur wir Deutschen fliegen noch fröhlich hierhin", berichtet die Floristin.

Die Lage in Sharm el Sheikh beschreibt sie als im Moment noch überschaubar: "Noch ist alles Okay. Aber wenn hier nicht aufgepasst wird, kann das sehr schnell umschlagen", schreibt sie. "Wir sitzen auf einem Pulverfass." In den Medien wurde von Panzern auf den Straßen berichtet, in dem Gebiet, wo sich Kottman aufhält, ist davon aber nichts zu merken: "Es ist ruhig und sehr wenig los auf den Straßen. Kein Militär, sehr wenig Polizei. Abends gibt es eine Ausgangssperre."

Auch die Prognosen lassen nichts Gutes erahnen. Die Wevelinghovenerin befürchtet, dass in den kommenden Tagen in Sharm ein Versorgungsnotstand beginnen wird – denn die Stadt ist abhängig von der Metropole Kairo, und die ist das Zentrum des Protests. "Alles kommt aus Kairo, Lebensmittel, Wasser. Und die Lage ist dort kurz vor einem Bürgerkrieg", schreibt sie. "Ich denke, dass die Situation nicht besser wird, sondern sich eher verschlechtern wird."

Katja Kottmann warnt alle Deutschen, nicht nach Ägypten zu reisen. Es mache keinen Sinn, sich unnötig in Gefahr zu begeben. Sie selbst wird ebenfalls bald das Land verlassen. "Mir wird es hier zu unsicher, deswegen fliege ich am Donnerstag von Sharm nach Düsseldorf." Sie hofft, dass das wie geplant funktionieren wird.

Mutter ist besorgt

Ihre Mutter Elly ist schon ein wenig besorgt: "Ich hoffe, dass alles gutgeht und Katja am Donnerstagmorgen wieder in Deutschland ist." Mit der Kommunikation Richtung Ägypten ist es an den vergangenen Tagen nicht einfach gewesen. "Offensichtlich waren die Handynetze abgeschaltet, ich habe teilweise 50-mal hintereinander versucht, meine Tochter telefonisch zu erreichen", berichtet die Wevelinghovenerin. Und auch das Internet war in einigen Hotels an der Küste des Roten Meeres gekappt.

(NGZ)