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Grevenbroich: Abschied von der Erfthalle

Grevenbroich : Abschied von der Erfthalle

Das letzte Kapitel in der Geschichte der Erfthalle ist aufgeschlagen. Möbel und anderes wurden etwa an Schulen und Kitas verteilt. Der Fassaden-Schriftzug bleibt erhalten. Der Bürgerverein nimmt mit einer Traueranzeige Abschied.

Der Bauzaun steht, der Strom ist abgestellt, die Möbel sind abtransportiert. Im Inneren laufen Entkernungsarbeiten, ein Minibagger zerlegt eine Küchenzeile. Das unwiderrufliche Ende naht — in etwa zwei Monaten wird die Erfthalle dem Erdboden gleich gemacht sein. Im März hatte der Rat den Abriss der Halle mit erheblichen Brandschutzmängeln beschlossen, alle Rettungsversuche waren fehlgeschlagen.

Im Inneren der Halle haben die Abbrucharbeiten bereits begonnen. Der Erfthallenschriftzug (u.l.) soll für die Frimmersdorfer erhalten bleiben. Foto: L. Berns

Die Stunde des Abschieds ist da. Der Bürgerverein Frimmersdorf wählte dafür eine besondere Form — eine "Traueranzeige" in seiner Festschrift zum Heimatfest ab dem 15. September: "Man hat sie uns gegeben, nun hat man sie uns genommen. In stiller Trauer nehmen wir Abschied von unserer Erfthalle. Die Beerdigung (Abriss) findet laut Beschluss des Stadtrates im Jahre 2012 statt", heißt es darin

Foto: Berns, Lothar

Die Erfthalle sorgt also weiter für Emotionen. "Wir waren drinnen, um unsere Bilder, Fahnenständer und Bühnenelemente herauszuholen", berichtet Bürgervereinspräsident Hubert Geritan. "Der Anblick des Saals hat traurig gestimmt. Wir haben uns schnell wieder davon gemacht, das Elend konnten wir uns nicht ansehen."

Klar ist: Ein kleiner Teil der Versammlungsstätte bleibt erhalten. "Bürgerverein und das Aktionsbündnis ,Rettet die Erfthalle' haben bei der Stadt angefragt, ob sie die beiden Erfthallen-Schriftzüge über dem Eingang und an der Fassade erhalten können", erklärt Hans Brüggen von der Initiative.

"Bürgermeisterin Ursula Kwasny gab dafür ihre Zustimmung", sagt Dezernent Claus Ropertz im Rathaus. Was passiert mit den Buchstaben? "Die Schriftzüge werden eingelagert und sollen dann an der Ersatzlösung, die uns die Politik zugesagt hat, montiert werden", so Brüggen. "Und sie sollen erinnern. Großeltern können ihren Enkeln sagen: ,Das stammt von der Halle, die uns die Stadt genommen hat'."

Auch vieles andere bleibt erhalten "Stühle, Tische, Lampen und anderes wurden an viele städtische Einrichtungen verteilt", erklärt Gebäudemanagementleiter Dirk Schwarz. Etliche Schulen und Kindergärten erhalten Möbel, die Kita Hartmannweg etwa Gartenstühle. 89 schwarze Stühle sind künftig in der Versandhalle zu finden. "Das ist kein Ausverkauf. Wir sind froh, dass wir das alles sinnvoll weiterverwenden können", so Schwarz. Sogar für Teile der Kegelbahntechnik gibt's einen Abnehmer, sie wurden für eine andere Bahn veräußert.

Nun wird die Erfthalle entkernt. Etliche Tonnen Holz, Glas und Bodenbeläge werden ausgebaut. "In der Woche vor und nach Schützenfest ruhen die Arbeiten. Der Bauzaun wird mit einem Sichtschutz versehen", betont Ropertz. Wann die Bagger anrücken, um die Gebäudehülle niederzureißen, steht nicht fest. Im November aber soll die Halle verschwunden sein.

(NGZ/rl)