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Grevenbroich: ABG wollen Schützenhalle verkaufen

Grevenbroich : ABG wollen Schützenhalle verkaufen

Zwei Sparvorschläge der Aktiven Bürger sorgen für Unmut: Die Stadt soll die Barrensteiner Schützenhalle und die Alte Schule in Laach an Vereine abgeben – oder sie verkaufen. Die Schützen befürchten das Aus fürs Gemeinschaftsleben.

Zwei Sparvorschläge der Aktiven Bürger sorgen für Unmut: Die Stadt soll die Barrensteiner Schützenhalle und die Alte Schule in Laach an Vereine abgeben — oder sie verkaufen. Die Schützen befürchten das Aus fürs Gemeinschaftsleben.

In vielen Stunden haben Barrensteiner ihre Schützenhalle selbst umgebaut. "Da hängt viel Herzblut dran. Ein Jahr lang haben wir daran gearbeitet, die Stadt hat das Material gestellt", erklärt Leo Oehmen, Oberst des Bürgerschützenvereins Barrenstein. Mehr als 100 000 Euro hat der BSV an Eigenleistung in die ehemalige Maschinenhalle investiert. Diese Versammlungsstätte wollen die Aktiven Bürger (ABG) nun entweder samt aller Kosten an den Verein abgeben — oder das Gebäude verkaufen.

Das sorgt für Verärgerung: "Ich bin sprachlos, dass ein solcher Antrag gestellt wird, ohne vorher mit den Betroffenen zu sprechen", erklärt Schützenpräsident Matthias Huth erbost. Und Oberst Oehmen nennt den Vorstoß schlicht "abartig".

Es soll nicht nur Barrensteiner treffen: Ein "rigoroses Spar - und Sanierungskonzept" fordert die ABG unter Leitung von Rolf Göckmann angesichts des Haushaltsdefizits der Stadt. Ein "großes Sparpotenzial" sieht die Fraktion bei Gebäuden. Mit den betroffenen Vereinen solle über die Übernahme der Barrensteiner Halle sowie der Alten Schule Laach gesprochen werden.

Die Vereine könnten die Immobilien nutzen, sollen aber "für sämtliche anfallenden Kosten" für den laufenden Betrieb einschließlich Instandhaltung aufkommen. Allerdings würden die Liegenschaften laut ABG-Vorschlag im Eigentum der Stadt bleiben. "Sollten die Verhandlungen fruchtlos verlaufen, ist die Veräußerung des Gebäudes unverzüglich vorzunehmen." Beide Varianten kommen für den BSV nicht in Frage: "Bei einem Verkauf würden wir auf die Barrikaden gehen", so Oberst Oehmen. "Ohne die Halle würde das Vereinsleben in Barrenstein zerstört."

Und eine Übernahme "kann sich unser kleiner Verein nicht leisten. Wir wissen nicht, welche Kosten auf uns zukommen. Das könnte ein Fass ohne Boden werden", betont Huth. Schon jetzt zahle der BSV kleinere Reparaturen selbst. Einnahmen aus Vermietung seien nur begrenzt möglich: Mit Rücksicht auf die Nachbarschaft "haben wir die Zahl der Veranstaltungen begrenzt ", so Huth.

Auch in Laach stößt die ABG-Fraktion auf Kritik: "Das ist nicht bürgerfreundlich. Ein Verkauf der Alten Schule wäre das Aus fürs Gemeinschaftsleben", erklärt Walter Balzereit, Präsident des Volks- und Heimatvereins Laach (VHV). Der VHV nutzt das Wilhelm-Laux-Haus ebenso wie der Partnerschaftsverein Grevenbroich. Auch eine Übergabe an den Verein, bei der die Stadt Eigentümerin bleibe, ist für Balzereit tabu. "Überlegenswert wäre eine Übernahme, wenn das Gebäude in Vereins-Eigentum übergehen würde. Doch dafür müssten wir genau wissen, welche Kosten anfallen und in welchem Zustand das Haus ist", so Balzereit. "An und für sich ist die Idee, Gebäude an Vereine zu übergeben, nicht schlecht. Aber mit unserem Budget können wir die Unterhaltung nicht tragen", sagt Lothar Zimmermann, Präsident des Partnerschaftsvereins.

(NGZ)