Abfallgebühren in Grevenbroich werden 2019 deutlich teurer

Müllabfuhr in Grevenbroich : Müllabfuhr wird 2019 deutlich teurer

Die Grevenbroicher sollen bei den Abfallgebühren erheblich tiefer in die Tasche greifen, je nach Müllgefäß wird es um 5,8 bis 25,6 Prozent teurer. Ein Grund: neue Verträge. Laut Stadt liegen die meisten Gebühren aber unter denen 2011.

Die Abfallentsorgung wird zum Jahreswechsel auf eine neue Vertragsgrundlage gestellt. Die gute Nachricht: Ein Tausch von zehntausenden Mülltonnen wie vor sieben Jahren ist nicht nötig. Die schlechte Nachricht: Die Abfallgebühren, mit denen sich der Finanzausschuss am Donnerstag beschäftigt, sollen kräftig steigen.

Zum Jahresende läuft der alte Vertrag aus, bislang leert die Entsorgungsgesellschaft Niederrhein (EGN) im Auftrag der Firma Schönmackers die Tonnen. Erstmals hat die Stadt die Gesellschaft NEW Umwelt mit Ausschreibung und Vertragsabschlüssen beauftragt. Die EGN GmbH hat den Zuschlag für die Sammlung von Restmüll, Bioabfall, Altpapier erhalten, die Drekopf GmbH holt künftig Sperrmüll, Elektrogroßgeräte und Grünschnitt ab. Die an die Entsorger zu zahlenden Entgelte, die über NEW Umwelt weitergegeben werden, „liegen rund 27 Prozent über dem bisher zu zahlenden Entgelt, bewegen sich aber in einem branchenüblichen Rahmen“, erklärt Bürgermeister Klaus Krützen. Laut Stadt steigen die Entgelte an Entsorger für Restmüll, Papier und Biomüll um 24,9 Prozent, für die übrigen Abfallarten um 28,6 Prozent. „Das Ausschreibungsergebnis vor sieben Jahren war extrem günstig, zudem gab es seitdem zwei Gebührensenkungen“, erläutert Stadtsprecher Stephan Renner. „Wir haben ein ambitioniertes Angebot zu marktüblichen Preisen abgegeben und freuen uns, den Zuschlag für die Leerung der grauen, braunen und blauen Abfallgefäße erhalten zu haben“, erklärt Kristiane Helmhold von EGN.

NEW Umwelt erhält künftig von der Stadt zudem rund 56.000 Euro für Dienstleistungen von der Organisation des operativen Geschäfts bis zum Beschwerdemanagement. Zudem geht die Pauschale für Müllbehälter – 435.000 Euro – an diese GmbH und nicht wie früher an die Entsorger. Der Vorteil: NEW Umwelt hat die Tonnen gekauft, bei einem Entsorgerwechsel müssen sie nicht ausgetauscht werden.

Unter dem Strich wird es für die Grevenbroicher um 5,8 bis 25,6 Prozent teurer. Das Ergebnis der Gebührenkalkulation: Für die 80-Liter-Tonne werden 133,02 statt 118,56 Euro Gesamtgebühr fällig (plus 12,2 Prozent), für die 120-Liter-Tonne 195,85 Euro (plus 9,1). Die Gebühr für die 240-Liter-Tonne steigt um 5,8 Prozent auf 378,41 Euro. Der Entsorger macht laut Stadt bei den Leerungskosten dieser drei Tonnen keinen Unterschied mehr. Am „happigsten“ ist der Aufschlag beim 1100-Liter-Gefäß – um 25,6 Prozent auf 2064,66 Euro. Renner betont: „Die Gebühren steigen, aber wir sind bei fast allen Behältern – etwa bei den häufig verwendeten 80- und 120-Liter-Tonnen – weiter unter dem Niveau von 2011“. Noch deutlicher würde der Gebührenanstieg allerdings ausfallen, wenn nicht der Rhein-Kreis die Deponieentgelte für Rest- und Sperrmüll von 172,39 auf 158,78 Euro je Tonne reduzieren würde.

Künftig erhofft sich die Stadt von der Kooperation mit NEW Umwelt „bessere Ausschreibungsergebnisse etwa durch Zusammenarbeit mit Jüchen oder Viersen“. Darauf müssen Grevenbroicher aber wohl länger warten. Laut Renner haben die neuen Verträge eine Laufzeit von vier Jahren, dann würden auch Verträge in anderen Kommunen auslaufen. Die Stadt rechnet damit, dass die Abfallgebühren bis 2022 stabil bleiben.

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