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Grevenbroich: Ab dem Wochenende wird das Parken teurer

Grevenbroich : Ab dem Wochenende wird das Parken teurer

In den kommenden Tagen werden die 15 Parkautomaten in der City auf das neue Tarifsystem umgestellt. Parken kostet dann deutlich mehr.

In dieser Woche ist es soweit: Das Parken in der Grevenbroicher Innenstadt wird teurer. Stadtsprecher Andreas Sterken bestätigt, dass die Umrüstung der Parkautomaten in den kommenden Tagen angegangen wird. "Der Monteur wird jetzt anrücken", sagt Sterken. Die Arbeiten sollen bis zum Wochenende abgeschlossen sein. Der Monteur wird sich alle 15 Parkautomaten in der City vornehmen. "Zwölf werden umgerüstet und drei komplett neu installiert", sagt Sterken. Laut einer Verwaltungsvorlage belaufen sich die Kosten dafür auf 3900 Euro plus Mehrwertsteuer.

Diese Ausgabe soll sich rasch amortisieren: Die Stadt erhofft sich durch die neue Parkgebührensatzung Mehreinnahmen von rund 230 000 Euro im Jahr. Bislang haben die Automaten jährlich 170 000 Euro ins Stadtsäckel gespült. Für die Grevenbroicher bedeutet die Umrüstung der Automaten, dass sie fürs Parken deutlich mehr zur Kasse gebeten werden.

Bislang lagen die Gebühren bei zehn Cent pro zehn Minuten. In Kürze werden 30 Cent pro Viertelstunde fällig. Bei einer Parkdauer von einer Stunde bedeutet dies eine Verdopplung der Kosten: Autofahrer zahlen dann 1,20 Euro statt der bisher fälligen 60 Cent. Die Politik hatte die Verwaltungsvorlage im November abgesegnet. Damit war auch die kurz diskutierte Einführung einer "Brötchentaste" für Kurzparker vom Tisch. Neben der Verdopplung der Gebühren wird auch die gebührenpflichtige Zeit ausgeweitet: Auch samstags werden die Autofahrer nun bis 18 Uhr zur Kasse gebeten. Bislang war der Samstag gebührenfrei.

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Bürger und in der City ansässige Einzelhändler hatten sich nach Bekanntwerden der Pläne zur Erhöhung der Parkgebühren kritisch geäußert. Fred Schlangen, Chef des Werberings, hatte betont, die bislang niedrigen Parkgebühren seien ein wichtiger Standortvorteil für die Schlossstadt. Seine Befürchtung: "Eine Erhöhung schwächt den Standort Grevenbroich." Steffen Knafla, Manager der Coens-Galerie, äußerte sich ebenfalls kritisch. Natürlich sei es nicht gut, wenn solche Gebühren erhöht werden, sagte er. Einige Bürger sprachen gar von "maßloser Abzocke".

Auch bei den Ratsfraktionen war die Erhöhung keineswegs unumstritten. Angesichts des städtischen Schuldenbergs sprachen sie sich aber für die unpopuläre Maßnahme aus — ein gutes halbes Jahr vor der Kommunalwahl. Wolfgang Latzel (CDU), Vorsitzender des Bauausschusses, betonte: "Als Nothaushaltskommune müssen wir etwas tun. Die geplante Anhebung der Gebühr an Parkautomaten ist vertretbar und maßvoll." Ein wichtiges Argument der Verwaltung: Mit der Erhöhung passe die Stadt die Parkgebühren an andere Kommunen wie Dormagen oder Bergheim an. Bislang sei das Parken in Grevenbroich nun mal sehr günstig gewesen.

Damit ist in dieser Woche Schluss. Spannend wird, ob die dann deutlich teureren Parkplätze verstärkt leer bleiben. Am Alten Schloss und am Platz der Republik zum Beispiel gibt's weiterhin reichlich kostenfreien Parkraum — und im Parkhaus am Bahnhof ebenfalls.

(NGZ)