Grevenbroich: A 540-Ausbau muss verschoben werden

Grevenbroich: A 540-Ausbau muss verschoben werden

Wegen der Sanierung von maroden Autobahnbrücken wird die Instandsetzung der A 540 auf 2019 verschoben. Für bis zu 20 Millionen Euro wird dann die Strecke von Grund auf erneuert. Auch ein Lärmschutz soll geprüft werden.

Wer auf der Autobahn 540 von Grevenbroich nach Jüchen unterwegs ist, fährt holprig. "Wir wissen, dass dort Bedarf für eine grundlegende Sanierung besteht", sagt Joachim van Bebber, Leiter der Abteilung Bau beim Baulastträger Straßen NRW. Doch die Autofahrer müssen sich gedulden: Die Instandsetzung wird auf das Jahr 2019 verschoben. Grund sind die Sanierungen von maroden Brückenbauwerken an diversen Autobahnen, etwa an der Autobahn 57. "Diese Arbeiten binden bei uns zahlreiche Kräfte. Wir richten uns nach einer Prioritätenliste - und dort gehört die A 540 aufgrund der Frequenz nicht zu den maßgeblichen Strecken", sagt van Bebber. Er rechnet mit einem Investitionsvolumen von bis zu 20 Millionen Euro für die grundlegende Erneuerung von Fahrbahnen, Entwässerung und Schutzbereich. Nach zwei Jahren soll die neue Autobahn fertig sein.

In der jetzt veröffentlichten Karte über geplante Autobahnbauten ist die A 540 noch mit "Baubeginn 2016" verzeichnet. "Das stimmt so nicht", sagt der Abteilungsleiter Bau. Korrekt sei dagegen die ebenfalls veröffentlichte Angabe "Deckensanierung ab 2016" - der Baubeginn sei in drei Jahren geplant. Aktuell liege der Antrag zur Genehmigung beim Bund. Wann diese erteilt werde, kann van Bebber aber noch nicht abschätzen.

Die sechs Kilometer lange Verbindung zwischen Grevenbroich und Jüchen haben die Kontrolleure von Straßen NRW bei regelmäßigen Kontrollen im Visier: "Wenn Schäden bestehen, werden diese ausgebessert", erläutert der Leiter der Abteilung Bau. Auf lange Sicht sei ein solches "Flicken" aber keine Lösung. Der Zustand der Autobahn 540 sei derart schlecht, dass die Fahrbahnen in alle Richtungen nun von Grund auf erneuert werden müssen. Neben einer neuen Fahrbahndecke werden auch eine neue Entwässerung und ein Seitenschutz angelegt. Die Baustelle wird dabei so eingerichtet, dass schrittweise eine Fahrbahn nach der anderen saniert wird.

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Mit dem Neubau könnte sich ein Wunsch vieler Anwohner erfüllen: der nach Lärmschutz. Bereits jetzt kämpfen etwa Einwohner aus Laach gegen die Lärmbelästigung durch die Autobahn. Sie fürchten, dass diese noch steigt. Denn an der Autobahn 540 ist - gemeinsam mit der Nachbarkommune Jüchen - ein Gewerbegebiet geplant, an dem sich etwa Logistik-Unternehmen ansiedeln könnten. Zudem plant die Nachbargemeinde Jüchen in direkter Nähe zur A 540 ein Container-terminal. Beide Vorhaben würden dafür sorgen, dass der Lastwagenverkehr ebenfalls zunimmt. Die Grevenbroicher UWG-Ratsfraktion hat in der Vergangenheit bereits einen in einem Ratsantrag einen Lärmschutzwall gefordert, wie Ratsfrau Anna-Maria Müller betont.

Eine eindeutige Zusage für Lärmschutz will Joachim van Bebber derzeit noch nicht geben. Aber er stellt in Aussicht: "Wir werden auch einen Lärmschutz an der Autobahn 540 prüfen."

(NGZ)
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