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Grevenbroich: 80-Jähriger stirbt bei Brand in Elsen

Grevenbroich : 80-Jähriger stirbt bei Brand in Elsen

Bei einem Brand an der Uhlandstraße konnte die Feuerwehr gestern einen Mann nur tot aus einer Wohnung bergen. Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft sind eingeschaltet, Hinweise für ein Fremdverschulden liegen aber nicht vor.

Der Schreck war groß, als es gestern kurz nach sechs Uhr bei Adelheid Kruse (59) klingelte und jemand gegen die Wohnungstür hämmerte. Wegen eines Brandes in einer Erdgeschoss-Wohnung räumten Polizei und Feuerwehr ein Sechs-Familienhaus. Für einen der acht Bewohner aber kam jede Hilfe zu spät. Im Schlafzimmer entdeckten Feuerwehrleute den Leichnam eines Mannes. Es handele sich "mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit um den dort alleine wohnenden 80-jährigen Mieter", heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der Polizei und Staatsanwaltschaft.

Den Brand entdeckt hatte gegen 6 Uhr die Mitarbeiterin eines Pflegedienstes, die am frühen Morgen zu dem Senior wollte. Sie bemerkte Rauch, zog die Tür zu der Wohnung wieder zu und alarmierte die Feuerwehr. 29 Einsatzkräfte der hauptamtlichen Wache und aus drei Löschzügen rückten an der Uhlandstraße an. "Wir wussten, dass sich der pflegebedürftige Mann wahrscheinlich in der Wohnung befand", erklärte Feuerwehr-Einsatzleiter Heinz-Wilhelm Becker.

Ein Erkundungstrupp drang unter Atemschutz in die verrauchte Wohnung vor. "Er fand fand bald den Mann, der auf dem Boden lag. Die Sichtweite betrug teilweise nur 20 Zentimeter", schildert Becker. Die Feuerwehrleute löschten den Brand, suchten anschließend mit einer Wärmebildkamera nach Glutnestern und lüfteten die Räume.

Zwei Bewohner des Hauses, ein 81 und 77 Jahre altes Ehepaar, wurden wegen des Verdachts auf Rauchgasvergiftung vorsorglich in ein Krankenhaus eingeliefert. Sie konnten aber bald wieder nach Hause. Adelheid Kruse wartete die Löscharbeiten draußen ab. "Ich bin im Morgenmantel ins Freie gelaufen. Ich konnte mich aber zum Glück in ein Feuerwehrauto setzen, ein Nachbar brachte uns Kaffee", schildert die Frau, die seit mehr als 20 Jahren in der Wohnung neben der des 80-Jährigen lebt. "Es war ein netter Herr, wir haben uns gut verstanden", sagt sie. Gegen 8 Uhr rückten die Feuerlöschzüge ab. Die Bewohner konnten wieder in ihre Wohnungen zurück; im Treppenhaus hing auch später noch leichter Brandrauch in der Luft.

Die Ursache stand am Abend noch nicht fest, die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Der Leichnam des 80-Jährigen wurde in die Rechtsmedizin gebracht und wird dort obduziert. "Hinweise auf ein Fremdverschulden liegen bislang nicht vor", erklärten Staatsanwaltschaft und Polizei.

Das Sechs-Familienhaus gehört dem Bauverein Grevenbroich. Nach dem Feuer machte sich gestern Morgen Vorstandsmitglied Hubert Zimmermann ein Bild vor Ort.

(NGZ/ac/jco)