3600 Wohnungen fehlen bis 2040 in Grevenbroich

Wohnungsbau in Grevenbroich : 3600 Wohnungen fehlen bis 2040

Das Land prognostiziert für Grevenbroich hohen Bedarf an Wohnungen. Für die Änderung des Regionalplans hat die Bezirksregierung zusätzliche Siedlungsbereiche mit 2600 Wohneinheiten ermittelt. Die Stadt hätte gern mehr.

Der Bedarf an Wohnungen in der Stadt ist offensichtlich noch größer als gedacht. Laut einer Studie des Kreises müssen bis 2030 im Stadtgebiet 1802 zusätzliche Wohneinheiten entstehen, um den Bedarf zu decken. Nun liegt eine weitere Zahl vor. Die Landesplanung hat einen Bedarf „von 3600 Wohneinheiten bis 2040 ermittelt“, informiert die Stadt den am Dienstag tagenden Planungsausschuss. Der soll über die Stellungnahme der Stadt gegenüber der Bezirksregierung zu Plänen für die Änderung des Regionalplans beschließen. Dabei geht es um Siedlungsflächen für Wohngebiete.

Die gute Nachricht: Für Grevenbroich sollen Flächen für 1938 Wohneinheiten allein für den lokalen Bedarf ausgewiesen werden. Hinzu kommen Gebiete für 675 Wohnungen, für die aus dem Raum Köln Bedarf angemeldet wurde. Die Stadt hatte Vorschläge für 13 neue „Allgemeine Siedlungsbereiche“ (ASB) gemacht, die auf Landesebene nach einem Kriterienkatalog – von der Verkehrsanbindung über die Infrastruktur bis zu ökologischen Belangen – geprüft wurden. Das Fazit: Sechs der Gebiete sollen nach den Plänen in Düsseldorf in den Plan aufgenommen werden. Dabei handelt es sich um das Gebiet Kapellen IV (425 Wohneinheiten), um Flächen am Rand von Elfgen (955), zwischen Real-Markt und der Bebauung von Noithausen (560), zwischen Energiestraße und Bebauung in Frimmersdorf (250), am westlichen Rand von Orken (385) sowie in Neuenhausen (38). Viele weitere Flächen schneiden laut Betriebsregierung ungünstig ab.

Im Rathaus ist von einer „positiven Nachricht“ die Rede, zufrieden ist die Stadt aber noch nicht. „Es ist ein Schritt in die richtige Richtung. Wenn die Änderung so beschlossen wird, hilft das uns weiter“, sagt Stadtsprecher Stephan Renner. „Aber wir brauchen noch mehr. Wir haben einen großen Bedarf.“ Die Stadt verweist auf nötige Anstrengungen im Rahmen des Strukturwandels, um Arbeitsplätze zu schaffen. Dafür müssten Wohnungen vorhanden sein. Zwar ist laut Land etwa im Rahmen vorhandener Flächennutzungs- und Bebauungspläne bereits jetzt ein Potenzial für 2.123 zusätzliche Wohneinheiten vorhanden. Laut Stadt kann dies aber erfahrungsgemäß nicht voll ausgeschöpft werden, weil nicht alle Eigentümer ihre Flächen bereitstellen. Ein weiteres Argument: „Ein eingeschränkter Flächenpool führt zu einem explosionsartigen Anstieg des Bodenpreises. Das Ziel der Stadt, Wohnungen für alle Bevölkerungsschichten zu moderaten Preisen zu schaffen, kann mit den nun vorliegenden ASB-Reserven nicht verfolgt werden“, erklärt Beigeordneter Florian Herpel. Die Stadt benötige Alternativen, um bei „maßlosen Ankaufspreisen“ eine bessere Position zu haben.

Ein Wunsch im Rathaus: Für die nicht berücksichtigten Flächen solle nicht nur das zentrale Bewertungsraster angewandt, sondern durch die „lokale Brille“ geschaut werden. So verfüge Neukirchen – zwei vorgeschlagene Flächen im Ort sollen nicht aufgenommen werden – keineswegs über „mäßige Infrastruktur“, wie es in der Bewertung heißt. Und für ebenfalls nicht berücksichtigte Gebiete in Hemmerden sei die Verkehrsanbindung besser als beurteilt. Mit Rad oder Bus könnten Hemmerdener die Bahnstation in Kapellen in fünf bis zehn Minuten erreichen.

Mehr von RP ONLINE