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Grevenbroich: 300-Euro-Fische für den Teich

Grevenbroich : 300-Euro-Fische für den Teich

Seit 1995 ist das Ehepaar Verch auf den Karpfen gekommen. Sie waren noch nie in Japan, haben aber ihren Garten in der Südstadt in eine japanisch anmutende Wasserwelt verwandelt. Sie wissen, wie Koi bis zu 60 Jahre alt werden.

Eine kleine japanische Oase inmitten der Südstadt. Viel Grün, eine große Wiese und mittendrin plätschert ein großzügig angelegter Teich. Beim genaueren Blick durch die exotischen Ufergewächse sind etliche der japanischen Prachtkarpfen im klaren Wasser zu sehen: Koi.

"Wir haben 30 Koi", sagt Gerda Verch. Die 77-Jährige und ihr Mann sind 1995 "auf den Karpfen gekommen". Angefangen habe die Liebe zum Wasser mit einem Springbrunnen. Die Kinder brachten Goldfische mit für den kleinen Teich, dem der Brunnen weichen musste — und eben auch Koi. "Die sind dann leider gestorben, wir hatten ja keine Ahnung", erinnert sich die ehemalige Buchhalterin. In einem Grevenbroicher Fachhandel hat sich das Ehepaar informiert und neue Koi gekauft. Die Teichlandschaft wuchs weiter, damit die wertvollen Fische genug Platz haben. "Unsere Karpfen haben im Durchschnitt etwa 300 Mark gekostet", so Gerda Verch, "aber für ein geliebtes Hobby legt man gerne auch was an".

Ins Heimatland ihrer Tiere sind sie noch nie gereist, "wir mögen lieber Bergtouren in Deutschland". Während ihrer Reisen kümmerte sich Tochter Birgit um die Fische. Sie wird es auch sein, die die Tiere später übernimmt, denn bei guter Haltung und besten Bedingungen haben die Koi 45 Jahre vor sich.

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Für ein Foto geht sie an das Ufer des Teiches und füttert ihre Lieblinge mit der Hand. "Das habe ich schon lange nicht mehr gemacht", sagt sie. Sofort drängeln sich die Fische, saugen schmatzend an ihren Fingern, doch: "Nicht alle sind zahm". Der zutraulichste sei der Chagoi. Viel gelernt hat das Ehepaar über die artgerechte Haltung der Prachtstücke, etwa bei den Koi-Club-Treffen in Krefeld. "Jetzt bekommen wir den Lohn dafür — seit zehn Jahren ist kein Koi mehr gestorben". So muss das Wasser sauber gehalten werden — unterstützt von diversen Pumpen, das richtige Futter ist gefunden und es werden keine neuen Fische dazu gekauft. "Wir möchten keine Bakterien riskieren", sagen die Koi-Liebhaber.

Den Teich in Schuss zu halten, ist viel Arbeit. Aufgeben würden sie ihre kleine Wasserwelt nie: "Das war und ist unser Hobby und daran hängen wir sehr." Käme ein Experte, hätte er bestimmt Kritikpunkte: "Manche Zeichnung ist nicht im richtigen Muster, deshalb sind einige Tiere nicht so viel wert wie andere", sagt Gerda Verch, "aber das ist egal. Meine Fische sind schön!"

(NGZ)