234.000 Euro für fünf Kita-Träger

Kindergarten-Finanzierung in Grevenbroich : Stadt bezuschusst 400 Kita-Plätze

Die Stadt Grevenbroich übernimmt Kostenanteile für etliche Betreuungsplätze bei fünf anderen Kindergarten-Trägern – insgesamt 234.000 Euro. Eine große gemeinsame Sorge ist, ausreichend Erziehungspersonal zu finden.

Die Kita-Betreuung ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Das wurde jetzt im Rathaus deutlich. Die Stadt betreibt nicht nur 16 der stadtweit 31 Kitas mit zusammen 2088 Plätzen, sondern übernimmt auch Kostenanteile für 400 weitere Plätze bei anderen Trägern. 234.000 Euro fließen fürs Kita-Jahr 2018/19 an Einrichtungen der Lebenshilfe, des Evangelischen Vereins Kaarst, der Deutschordens Jugend- und Familienhilfe, von Pari-Sozial und für die Kita St. Clemens in Kapellen.

Bei der Vertragsunterzeichnung machte Erster Beigeordneter Michael Heesch deutlich, dass sich die Kooperation bewährt hat: „Ich wäre dagegen, wenn die Stadt selbst alle Kindergärten betreiben würde“, betont der Jugendhilfedezernent. „Wir würden einen Riesen-Stellenplan bekommen.“ Auf der anderen Seite sind die Partner auf den Zuschuss angewiesen. „Sonst könnten wir die Tagesstätte ,Zaubermühle’ in Gindorf nicht betreiben“, betont Karl Boland von Pari Sozial.

Vereint für Kitas: Volker Abrahamczik (Deutschorden), Karl Boland (Pari Sozial), Andreas Fortenbacher (Lebenshilfe), Michael Heesch, Johannes Kronen (Kath. Kirche), Burghard Asche (Ev. Jugend- und Familienhilfe). Foto: RP/Carsten Sommerfeld

Auch auf viele Schultern verteilt ist die Kita-Betreuung ein enormer Kraftakt. Die Geburtenrate ist gestiegen. Immer mehr Eltern wünschen für ihr Kleinkind einen Platz, für Über-Dreijährige besteht Rechtsanspruch auf Betreuung. „Wir haben keine Klagen von Eltern wegen fehlender Plätze“, betont Paul Janus vom Jugendfachbereich zum neuen Kita-Jahr. Allerdings gebe es eine Klage wegen der Entfernung zwischen Wohnort und Kita. Die Stadt gewährleistet einen Platz im Stadtgebiet, nicht im Wohn-Stadtteil. Knapp ist die Versorgung dennoch – trotz Ausbau: Zum 15. August ist eine zusätzliche Gruppe für 20 Kinder in Barrenstein gestartet, im Oktober folgen 40 neue Plätze in Langwaden. Doch das alles reicht nicht: „Das Gutachten von ,Garbe und Lexis’ besagt, dass wir weitere 220 Plätze benötigen“, sagt Heesch. „Mindestens 100 wollen wir in der geplanten Kita am Böhnerfeld schaffen“.

Ein großes Problem: Für neue Plätze muss auch Personal da sein, die Stadt sucht händeringend Mitarbeiter. Immerhin: Von 13 freien Stellen bei der Stadt werden im Oktober drei besetzt. In den fünf katholischen Kitas im Seelsorgebereich Niedererft würde Verwaltungsleiter Johannes Kronen gern drei weitere Auszubildende haben. Und im Deutschordens-Kindergarten „können wir eine Stelle seit Monaten nicht besetzen“, berichtet Volker Abrahamczik vom Träger – nötig seien neue Zugänge zur Mitarbeiter-Gewinnung, statt sich „auf nur ein oder zwei Ausbildungsgänge zu fokussieren“. Heesch fordert: „Bund und Land müssen bei der Erzieher-Ausbildung aus den Hufen kommen“ – ein hoher Standard sei sinnvoll, „doch was nützt das, wenn Bewerber fehlen?“. Eine Teil-Lösung ist die neue duale Erzieher-Ausbildung „Pia“ im Berufsbildungszentrum, vier der rund 25 Teilnehmer sind in städtischen Kitas tätig.

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