1. NRW
  2. Städte
  3. Grevenbroich

Grevenbroich: 20.000 neue Bäume für Naherholungs-Gebiet

Grevenbroich : 20.000 neue Bäume für Naherholungs-Gebiet

In Orken sind aufwendige Pflanzarbeiten gestartet. Die Forstkolonne muss sich beeilen, denn der Borkenkäfer sitzt ihr im Nacken.

Der Stadtwald am Türling wird wieder aufgeforstet. Mit etwa 20.000 Bäumen und Sträuchern beheben die Mitarbeiter der Wirtschaftsbetriebe die durch die Stürme "Ela" und "Felix" entstandenen Forstschäden. "Das attraktive Naherholungsziel ist durch die Orkane stark gebeutelt worden. Wir wollen es nun so schnell wie möglich wiederherstellen", erklärt Stadtförster Frank Wadenpohl. Das Waldgebiet wird von vielen Joggern, Spaziergängern und Radfahrern, aber von Reitern frequentiert.

Nachdem "Ela" am Pfingstmontag des vergangenen Jahres mehrere tausend Pappeln umgeknickt hatte, legte "Felix" im Januar nach und schlug heftig im Fichtenbestand des Türlings ein. "Das auf dem Boden liegende Nadelholz muss nun so schnell wie möglich raus aus dem Wald", schildert Wadenpohl. Der Grund für die Eile: Sobald das Thermometer über zehn, zwölf Tage lang die Zehn-Grad-Marke anzeigt, fliegt der Borkenkäfer aus. Da der Schädling in dem Sturmholz ideale Brutgelegenheiten findet, besteht die Gefahr, dass er sich im Türling ausbreiten und auch die gesunden Bäume angreifen könnte.

  • Wahllokale, Kandidaten, Parteien : Was Sie zur Bundestagswahl 2021 in Grevenbroich wissen müssen
  • Mit Drehleitern musste die Feuerwehr die
    17 Bewohner in Grevenbroich gerettet : Zweiter Brand binnen sieben Wochen im selben Haus wirft Fragen auf
  • Wahlplakate zur Bundestagswahl in Düsseldorf.
    Newsblog Bundestagswahl in Düsseldorf : Wähler sollen eigenen Kugelschreiber mitbringen

Während ein Teil der Forstkolonne zurzeit das Totholz aus dem Wald schleppt, beschäftigt sich der andere mit den Pflanzarbeiten. Die Stadt ist über den Landesbetrieb "Wald und Forst" mit reichlich jungem Material versorgt worden, das über Bundesfördermittel finanziert wurde. Gesetzt werden Bäume und Sträucher, die typisch für die Erft-aue sind - darunter Stil- und Traubeneiche, Ulme, Waldkirsche, Wildbirnen und -äpfel sowie Pfaffenhütchen und Schneeball.

Ein kleiner Teil des Waldes wird mit "fremden" Gehölzen aufgeforstet, zu denen unter anderem auch die vorwiegend in den USA beheimateten Mammutbäume zählen. "Damit probieren wir aus, welche Arten hier noch funktionieren könnten, um im Zuge der Klimaveränderung einen Fuß in der Tür zu haben", berichtet der Stadtförster. Das Revier soll auf möglichst breite Füße gestellt werden.

Die Pflanzarbeiten laufen seit Mitte der Woche, bis gestern wurden bereits 4000 Bäume am Türling gesetzt. Dabei kommt der Forstkolonne eine Pflanzmaschine zugute, mit deren Hilfe täglich zwischen 1500 bis 2000 Gehölze in den Boden gebracht werden können. Bevor das Gerät zum Einsatz kommt, muss das Gelände allerdings aufwendig gesäubert werden: "An vielen Stellen stehen noch kleine abgeschnittene Bäume, die die recht teuren Reifen der Maschine aufschlitzen könnten", sagt Frank Wadenpohl.

Stehen die Bäume erst einmal in der Erde, müssen sie mit Kunststoffmanschetten und einem Anstrich - dem sogenannten "Vergällungsmittel" - gegen Wildtiere geschützt werden. "Würden wir das nicht machen, hätten wir schnell ein Problem. Sonst würden Kaninchen, Hasen und Rehe und Rehe die jungen Bäume anknabbern", so der Revierförster. Sobald die Bäume gesetzt wurden, wird die Forstbaukolonne mit der Sanierung der Spazierwege beginnen. Begonnen wird mit den Wegen, die am meisten frequentiert werden.

(NGZ)