1. NRW
  2. Städte
  3. Grevenbroich

Grevenbroich: 2000 Unterschriften für den Tunnel

Grevenbroich : 2000 Unterschriften für den Tunnel

Die Initiative für die Sanierung der Bahnunterführung an der Zedernstraße macht Druck: Vor dem Rat am Donnerstag übergibt sie Bürgermeisterin Ursula Kwasny die Unterschriftenlisten, mit denen der barrierefreie Umbau gefordert wird.

In Geschäften lagen Unterschriftenlisten aus, an Haustüren wurde gesammelt: 2000 Unterschriften hat die neue, vor rund einem Monat ins Leben gerufene Bürgerinitiative "Pro Tunnel" bereits für den barrierefreien Umbau des maroden Fußgängertunnels Zedernstraße gesammelt.

Bis Donnerstag sollen es noch einige mehr werden: Vor der Ratssitzung — Beginn ist um 18 Uhr im Bernardussaal — will Klaus Wiegmann, Sprecher von "Pro Tunnel", die Listen an Bürgermeisterin Ursula Kwasny übergeben. "Wir sind überrascht, dass wir in einem Stadtteil mit 5500 Einwohnern in zwei Wochen so viele Unterschriften zusammenbekommen haben", erzählt Wiegmann. Und Artur Kulbe (67) von der Initiative ergänzt: "Die Empörung in der Südstadt ist groß."

50 Jahre ist der Tunnel alt, doch zum Feiern besteht laut Wiegmann (47) kein Anlass. Steil hinab ins Dunkel führt die Treppe in der Unterführung zwischen Zedern- und Von-der-Porten-Straße ins Dunkel. Stufen bröckeln, Südstädter beschweren sich über Gestank. Eltern müssen Kinderwagen, Senioren ihren Rollator runter- und hochschleppen. Pläne für den barrierefreien Umbau gibt's seit Jahren, doch der scheitert am Geld: 350 000 Euro müsste die Stadt zahlen, doch die Finanzaufsicht beim Kreis stimmte der Ausgabe angesichts der Haushaltslage nicht zu, für für das Projekt gebe es"keine zwingende Notwendigkeit". Die Konsequenz: Vor wenigen Tagen strich der Planungsausschuss das Vorhaben aus dem Stadtentwicklungskonzept.

Klaus Wiegmann hält dagegen: "Die Sanierung ist sehr wohl notwendig, die Unterführung ist ein wichtiger Verkehrsweg von der Südstadt zur Innenstadt." Davon will die Initiative auch den Landrat überzeugen: "Wir haben Herrn Hans-Jürgen Petrauschke zu einem Ortstermin eingeladen", so Wiegmann. Er und Kulbe fragen: "Wofür ist denn überhaupt noch Geld da, wenn noch nicht einmal die vorhandene Verkehrsinfrastruktur saniert wird?" Den Weg durch den Tunnel "benutzen viele Schüler, aber auch Menschen , die etwa zur Bushaltestelle oder zum Discounter im Buckau-Viertel wollen", berichtet Wiegmann. "Außerdem gehört das Neubaugebiet im Buckau-Viertel zum Einzugsgebiet der Grundschule in der Südstadt." Um ihre Argumente zu erhärten, haben Vertreter der Initiative an mehreren Tagen die Passanten gezählt. Durchschnittlich nehmen danach 406 Menschen am Tag den Weg durch die Passage.

Der Weg über die Wöhlerstraße durch die Unterführung "Auf der Schanze" ist laut "Pro Tunnel" für viele Südstädter keine Alternative. "Der Bürgersteig auf der Wöhlerstraße ist für Menschen mit Kinderwagen oder Rollator so eng, dass Fußgänger auf die Fahrbahn ausweichen müssen", schildert Kulbe. Nun hofft die Initiative, dass die Politiker doch die Sanierung auf den Weg bringen und die Aufsicht zustimmt. "Seit zehn Jahren werden wir von der Stadt vertröstet, wir wollen Taten sehen", heißt es bei "Pro Tunnel". "Ich habe Verständnis für den Unmut der Südstädter. Aber durch die Vorgaben des Kreises sind uns leider die Hände gebunden", erklärt dazu Bürgermeisterin Kwasny.

(NGZ)