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Grevenbroich: 20 Millionen Euro für Straßen

Grevenbroich : 20 Millionen Euro für Straßen

Um alle ihre Straßen auf Vordermann zu bringen, müsste die Stadt 20,7 Millionen Euro aufwenden. Das hat ein Ingenieurbüro ermittelt. Die Fachleute raten, kleine Schäden früh anzupacken – und intensiv zu kontrollieren.

Um alle ihre Straßen auf Vordermann zu bringen, müsste die Stadt 20,7 Millionen Euro aufwenden. Das hat ein Ingenieurbüro ermittelt. Die Fachleute raten, kleine Schäden früh anzupacken — und intensiv zu kontrollieren.

Da musste so mancher Politiker schlucken: 20,7 Millionen Euro — diesen Betrag benötigt die Stadt, um die Fahrbahn-Schäden auf ihren Straßen zu beheben. Die Riesensumme teilte Bernd Mende von der Ingenieur-Consult Gmbh Bockermann Fritze dem Bauausschuss mit.

Das Büro in Engar hat für die Stadt ein Konzept fürs Straßenerhaltungsmanagement erarbeitet. Viele Straßen sind in schlechtem Zustand — etwa Teile der Kolpingstraße in der Südstadt, dort wird ab Oktober saniert.

Das Ziel des neuen Konzepts: langfristig Geld zu sparen. "Viele Kommunen haben sich wegen knapper Mittel darauf beschränkt, Straßen in schlechtem Zustand zu sanieren. Auf Dauer ist es günstiger, vorbeugend kleine Schäden anzupacken. Je länger man wartet, um so größer und teurer werden diese", so Mende.

Zehn Wochen lang hatte ein Mitarbeiter des Büros die Straßen inspiziert. Das Ergebnis: Fünf Prozent der Fahrbahnflächen sind derart marode, dass sie grunderneuert werden müssen. Allein dafür sind 7,6 Millionen Euro nötig. "Aber für nur rund 1,2 Millionen Euro lassen sich mit Kleinreparaturen Schäden auf 37 Prozent der Flächen beheben", so Mende. Auf dieser Datenbasis empfiehlt das Büro, welche Straßen vorrangig angepackt werden sollten. Dabei wird etwa auch berücksichtigt, wie befahren eine Straße ist.

Als Beispiel nannte Mende einen Abschnitt der Talstraße in Kapellen. "Auf den ersten Blick sieht sie einwandfrei aus, doch wir raten auf dieser viel benutzten Straße zur vorrangigen Erneuerung. Die Fahrbahn weist kleine Risse auf." Viele Schäden würden an Aufbruch-Stellen etwa für Leitungsarbeiten von Versorgern entstehen "Wichtig ist, dass die Stadt solche Bauvorhaben begleitet." Zudem sollten die Straßenkontrolleure auch auf Risse und andere Fahrbahnschäden achten.

Ein Thema, das der Ausschuss sofort aufgriff: Die Straßenkontrolle liegt nicht bei der Stadt, sondern wurde in die Hände der Wirtschaftsbetriebe gelegt. Laut Technischem Beigeordnetem Werner Hofmann empfehlen die Gutachter der Gemeindeprüfungsanstalt, die Aufgabe bei der Stadt anzusiedeln. Dem Vorschlag von Holger Holzgräber (SPD), die Verwaltung solle den Wechsel der Mitarbeiter zur Stadt prüfen und einleiten, wollte die CDU so nicht folgen. Der Ausschuss erteilte aber den Auftrag, "die Organisation zu prüfen".

Die Gretchenfrage aber lautet, wie die Nothaushaltskommune die Sanierung finanzieren soll. Im Jahr stehen zur Straßenerneuerung nur rund eine Million Euro bereit. Die Stadt erstellt jetzt für die Etatberatung ein Konzept, welche Straßen in den nächsten Jahren saniert werden sollen. "Mit dem Management-Konzept wissen wir jetzt, wo wir das wenige Geld, das wir haben, am besten einsetzen", so Hoffmann.

(NGZ)