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Grevenbroich: 1000 Hühner für Uganda

Grevenbroich : 1000 Hühner für Uganda

Grevenbroicher unterstützen ein Städtchen in Afrika – mit Hühnern. Die Kolpingsfamilie hat ein Projekt gestartet, das den Bewohnern von Arua in Uganda den Schritt in die Selbstständigkeit erleichtern soll. 1000 Hühner wurden alleine in diesem Monat gestiftet.

Grevenbroicher unterstützen ein Städtchen in Afrika — mit Hühnern. Die Kolpingsfamilie hat ein Projekt gestartet, das den Bewohnern von Arua in Uganda den Schritt in die Selbstständigkeit erleichtern soll. 1000 Hühner wurden alleine in diesem Monat gestiftet.

Tausend Hühner haben sie alleine in diesem Monat gespendet, doch damit ist das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht. Die 35 Mitglieder der Grevenbroicher Kolpingsfamilie wollen künftig weitaus mehr Gackertiere auf den Weg nach Afrika bringen. In Uganda unterstützen sie ein Kleinvieh-Projekt, das den Bewohnern des Städtchens Arua mehr Selbstständigkeit geben soll.

Initiator dieses Vorhabens ist Hanjo Kron, Vizevorsitzender der 53 Jahre alten Kolpingsfamilie. Gemeinsam mit Regina Schilling organisiert er seit 2008 Krippenfahrten in die Eifel und an den Niederrhein, dabei bittet das Duo bei den Teilnehmern um Spenden. "Diesmal kamen 800 Euro zusammen", sagt der 67-Jährige: "Mit diesem Geld konnten etwa 1000 Hühner vorfinanziert werden."

Das Hilfsprojekt funktioniert so: Mit den Spendenbeträgen erhalten Familien in Uganda die Möglichkeit, Kleinkredite über das Kolpingswerk zu erlangen, um eine Selbstständigkeit als Kleinviehzüchter zu begründen. "Das ist Hilfe zur Selbsthilfe", meint Kron. Denn die Aruaner hätten keine Möglichkeit, sich Geld auf der Bank zu leihen, da keine Sicherheiten vorhanden seien. "Und Kredite von Geldhaien kosten jährlich bis zu 60 Prozent Zinsen", schildert Kron.

Hier setzen die Grevenbroicher mit ihren Spenden an und fördern vor Ort die Selbstständigkeit. Sobald eine Hühnerzucht Gewinne abwirft, wird der Kleinkredit mitsamt Zinsen schrittweise zurückbezahlt. "Mit diesem Geld kommen weitere Familien in den Genuss, einen Kleinkredit aufnehmen zu können", so Kron. Er ist überzeugt: "Mit diesem System können die Menschen ihre Familien durch eigene Anstrengungen ernähren und ihre Kinder zur Schule schicken."

Arua liegt an der Grenze zum Kongo und dem Sudan. Bis 2003 war dieses Gebiet mehr als 20 Jahre lang von Kämpfen, Misshandlungen und Morden geprägt. Trotz der prekären Situation hat sich dort vor etwa acht Jahren die Kolpingsfamilie "Christ the King" gegründet, mit der die Grevenbroicher zusammenarbeiten. Der Kontakt nach Uganda wurde über den Entwicklungsdienst von "Kolping international" in Köln geknüpft.

"Die Kolpingbrüder aus Arua haben sich in Seminaren mit der Aufzucht von Kleinvieh weitergebildet. Inzwischen konnte mit der Aufzucht von Kleinvieh begonnen werden", berichtet Hanjo Kron, der selbst einen Hühnerstall im Garten hat. Dass das Projekt nachhaltige Erfolge zeigen wird, davon ist der Orkener überzeugt: "Schließlich haben wir ugandische Kleinbauern schon mit 25 Kühen ausgerüstet, die seit Jahren auf afrikanischen Wiesen grasen."

(NGZ/rl)