1,9 Millionen Euro Entlastung durch die neuen Stadtbetriebe

Stadtbetriebe Grevenbroich: 1,9 Millionen Euro Entlastung für die Stadt

Für das erste Jahr nach dem Start der Stadtbetriebe  zieht Bürgermeister Krützen eine positive Bilanz. Die Umwandlung entlastet die Stadt im ersten Jahr um 1,9 Millionen Euro. Das Einsparpotenzial soll noch größer werden.

Lange war über die Zukunft der Wirtschaftsbetriebe und die Gründung einer Anstalt öffentlichen Rechts (AöR) diskutiert worden. Am 1. Januar 2018 gingen die Stadtbetriebe Grevenbroich, verstärkt durch rund 100 Mitarbeiter,  die aus dem Bau- und dem Grünflächenbereich der Stadtverwaltung wechselten, an den Start. Nun zieht Bürgermeister Klaus Krützen, zugleich Vorsitzender des Verwaltungsrats, Bilanz. „Jetzt zeigt sich immer deutlicher: Wir sind den richtigen Weg gegangen. Schon 2018 werden durch die Neuorganisation rund 1,9 Millionen Euro als Konsolidierungsbeitrag gehoben.“ Dies gehe aus dem Zwischenbericht zum Wirtschaftsplan hervor. Dieser Beitrag entlaste nun die Stadt. Ein wichtiger Grund für die AöR war, dass die Umsatzsteuer gespart werden kann. Der erzielte Einsparbetrag von 1,2 Millionen Euro entspricht in etwa der  Erwartung 2017 in Höhe von 1,3 Millionen. Krützen betont, dass es darüber hinaus wirtschaftliche Verbesserungen gibt. Mehrere Stellen seien nicht wieder besetzt, Leasingaufwendungen verringert worden.Zudem gebe es weitere steuerliche Vorteile – insgesamt könnten so weitere 700.000 Euro eingespart werden. „Das prognostizierte Jahresergebnis wird erreicht. Es sieht nach einer Punktlandung aus. Das ist der Verdienst der Kollegen, insbesondere der Geschäftsführung mit Monika Stirken-Hohmann und Florian Herpel“, betont Krützen.

Bürgermeister Klaus Krützen (v.l.) und die SBG-Vorstände Florian Herpel und Monika Stirken-Hohmann. Foto: Stadt Grevenbroich

  Er nennt auch andere Änderungen. Die Straßenreinigung im Bahnhofsviertel sei verbessert worden. Die Beseitigung wilder Müllkippen werde jetzt in eigener Regie statt von Fremdfirmen erledigt. „Wir können schneller reagieren,  und es ist wirtschaftlicher“, sagt Krützen.

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In der Politik wird die Entlastung für den Stadthaushalt begrüßt, wird aber auch betont, dass weitere Anstrengungen erforderlich sind. „Die CDU hat die Umwandlung vorgeschlagen, war dabei in der Politik federführend. Ich bin über das erste Jahresergebnis sehr erfreut“, erklärt CDU-Fraktionschef Wolfgang Kaiser. „Jetzt gilt es in den Folgejahren, die Effizienz zu steigern, um strukturelle Gewinne zu verzeichnen.“ SPD-Fraktionschef Horst Gerbrand sieht die Stadtbetriebe „auf dem richtigen Weg. Nun geht es darum, Arbeitsprozesse zu optimieren, die Kundenzufriedenheit zu verbessern. Etwa bei Friedhöfen und Grünanlagen gibt es einiges zu tun.“ Das sieht auch Hubert Rütten (UWG) so. „Die öffentlichen Grünanlagen sehen teilweise katastrophal aus – es sei denn, es ist Kirmes im Dorf.“ Auch Martina Suermann (Mein Grevenbroich) und Dieter Dorok (Grüne)  fordern eine Überprüfung der Arbeitsprozesse.   „Da sind wir dran“, erklärt Krützen. „In neun Monaten kann man nicht mehr erwarte. Es ist immer gesagt worden, dass der Prozess nach dem Start zwei Jahre benötigt.“ Für die Stadtbetriebe sei eine Organisationsuntersuchung mit eine externen Berater in Auftrag gegeben worden. Ein Baukosten-Controlling werde eingeführt, neue Software solle zu Automatisierung führen, „damit Mitarbeiter nicht mehr Stundenzettel ausfüllen müssen“. Zudem werde überlegt, „den Grünflächen-Schnitt  auszulagern. Das wird günstiger.“

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