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Grevenbroich: 1,2 Millionen fürs Wassernetz

Grevenbroich : 1,2 Millionen fürs Wassernetz

Der Bau der neuen Wasser-Transportleitung für Frimmersdorf und Neurath kommt schneller voran als geplant. Ende Mai will GWG das Projekt abschließen, zuvor muss das Rohr unter den Gleisen der Nord-Süd-Bahn verlegt werden.

Das Gas- und Wasserwerk Grevenbroich (GWG) macht Tempo: Der Bau der neuen Wasser-Transportleitung in den Grevenbroicher Süden ist deutlich weiter als ursprünglich geplant: Vor dem Frimmersdorfer Schützenfest im September wollte GWG das Projekt abschließen, jetzt dürften die Bagger bereits Ende Mai abrücken.

Damit können sich die Frimmersdorfer und Neurather früher als geplant über eine bessere Wasserversorgung freuen. Im September 2009 lagen die beiden Orte für kurze Zeit fast auf dem Trockenen — Ursache war ein Leck an der von Gustorf kommenden — einzigen — Transportleitung. GWG zog Konsequenzen, schafft nun eine zweite Verbindung, um bei Störungen die Dörfer im Süden weiter versorgen zu können. Insgesamt 1,2 Millionen Euro werden investiert. "Das ist für uns kein alltägliches Projekt", erklärt Horst Rüdiger, Leiter der Abteilung Bau und Betrieb: "Der erste, 1500 Meter lange Bauabschnitt entlang der Energiestraße vom Kleinfelderhof bei Neuenhausen bis zur Zufahrt nach Frimmersdorf ist bis Ende April fertig, dort stehen nur noch Restarbeiten an."

Für den zweiten, 400 Meter lange Abschnitt ab Anfang oder Mitte Mai wartet eine Herausforderung auf die Experten: "Die Leitung muss unter der Nord-Süd-Bahn von RWE Power verlegt werden, das bereitet uns etwas mehr Arbeit", so Rüdiger. Dabei wird ein Stahlrohr auf 21 Metern Länge unter den Gleisen her gepresst. "Wir hoffen, dass wir die Genehmigungen von RWE bis Ende April haben", so Rüdiger. Die neue Leitung wird an der Straße Am Rückertsgraben ans bestehende Netz angeschlossen.

Unterirdisch gebohrt wurde auch bereits entlang der Energiestraße (L 375) — ein Grund fürs bisherige hohe Bautempo: "Wir haben uns für das horizontale Bohrspülverfahren entschieden. Das ist schneller und kostet weniger", sagt Rüdiger. Ein weiterer Vorteil: Der Radweg brauchte für die blauen Trinkwasserrohre nicht in voller Länge aufgerissen zu werden, mehrere Baugruben reichten aus. Die Stadt hat GWG die Auflage erteilt, beim Verlegen neuer Transportleitungen möglichst wenig Gräben auszuheben. "Bei diesem Bohrverfahren wird von einer Grube aus der Bohrkopf mit Wasserdruck durch den Boden getrieben", erläutert Rüdiger. Im zweiten Schritt wird die Wasserleitung eingezogen.

Zugleich verlegte GWG neue 20 000-Kilovolt-Stromkabel für den Grevenbroicher Süden — auch mit Blick auf das Neubaugebiet in Frimmersdorf. Das nächste Bauprojekt steht im Herbst an. Vom Kleinfelderhof wird eine zusätzliche Wasserleitung am Welchenberg verlegt, um in Neuenhausen ebenfalls die Versorgung zu verbessern. "Der Wasserdruck ist dort nicht immer optimal", sagt Horst Rüdiger.

(NGZ)