Goch-Kessel: Zum Spargelmarkt kam die Sonne raus

Goch-Kessel : Zum Spargelmarkt kam die Sonne raus

Kesseler und Freunde des edlen Gemüses aus der Nachbarschaft trafen sich am Wochenende rund um die Kirche. Wein und Bier schmeckten zu Quesadillas und Wrapps, dazu lockten Erdbeer-Desserts.

So ist das, wenn der Tag eher trüb ist und am frühen Abend die Sonne herauskommt: Dann strömen alle Menschen ins Freie, besonders dann, wenn es Samstag ist und ein ansprechendes Programm lockt. So war es auch in Kessel, das sich seit Wochen auf seinen beliebten Spargelmarkt vorbereitet hatte: Kaum ertönten die Glocken zur Messe in der Kesseler St.- Stephanus-Kirche, schon brach der Himmel auf und versprach den Gläubigen und allen anderen Spargelfreunden einen schönen Abend. Den hatten sie dann auch.

Gleich zum Start war der Platz um die Kirche richtig voll. Da der Spargelhof Ophey kurzfristig auf einen eigenen "Versorgungsstand" verzichten musste, knubbelten sich die Markt-Besucher bei den anderen Anbietern umso mehr. Die hatten natürlich alle das edle Gemüse des mittlerweile einzigen Kesseler Spargelbauern Ophey im Angebot, und auch dessen Hofladen war geöffnet.

Ihre Tellerchen mussten sich die Gäste jedoch von den Mitarbeitern der Gaststätte "Zum Schwan", Stoffelen und Quartier füllen lassen. Und taten das so gerne und ausdauernd, dass diese sprichwörtlich alle Hände voll zu tun hatten. Auch die Männer der Freiwilligen Feuerwehr waren stark gefordert: Sie zapften Bier, das meist für ganze Tische geordert wurde, und verkauften reichlich Wein und Erfrischungsgetränke. Der Weiße oder Rosé zum Spargel ging meist in Flaschen über den Tresen. Denn Kessels Spargelmarkt ist nicht zuletzt ein Ort der Geselligkeit. Da bleibt man mit seinem Gläschen nicht lange allein. Kinder vergnügten sich derweil auf einer Hüpfburg. Bei allem Trubel gelassen blieb der Kesseler Musiverein, der mit kleinen Pausen ein schönes volkstümliches Programm spielte. Die (zum großen Teil jungen) Männer und Frauen um Dirigent Reiner Kersten hatten gleich am Eingang zum Markt ihren Platz und sorgten vom Start weg für gelöste Stimmung. Pfarrer Hürter hatte die "Spargelmesse" dem königlichen Gemüse gewidmet, das nur dank der guten Verbindung von Erde und Licht so genussvoll wächst. Entsprechend war das Gotteshaus sogar mit Spargelstangen geschmückt. Die fanden sich zudem wieder in geschmackvollen Gestecken auf den Stehtischen, an denen sich die Kesseler und ihre Besucher postierten, wenn gerade kein Sitzplatz an den langen Tischen zur Verfügung stand.

Die weißen Zelte an der Kirche beherbergten nicht nur Tische und Bänke, sie boten auch den mobilen Theken der Gastronomen Schutz. Das Gasthaus "Zum Schwan" empfahl Spargel an Tafelspitz mit Remouladensause, dazu die klassische weiße Suppe. Bei Stoffelen ging's mexikanisch zu. "Kesseler Dia" bestellte ein Mann, der einen ähnlichen Namen beim Blick auf die Teller seiner Nachbarn aufgeschnappt hatte. Er bekam, was er erwartete: Quesadillas, köstliche dünne Pfannkuchen oder Fladen, gefüllt mit Schinken und - natürlich - Spargel. Weil es beim Kesseler Markt ja immer nur Häppchen sein sollen,passte auf jeden Fall noch eine Nachspeise hinterher: Panacotta mit Erdbeeren.

Quartier schließlich überzeugte mit seinen Wraps, die wahlweise mit Schinken oder Schnitzelfleisch zum Spargel gefüllt wurden. Auch der Currywurst-Experte (dessen bekannte Spezialität auch zum Mitnehmen im Glas angeboten wurde) hatte Erdbeeren als Dessert vorbereitet, eine schöne Vanillesauce rundete das Ganze ab.

Wer gesättigt war, freute sich noch an Musik, guten Getränken, den flatternden Bändern an den Maibäumen und entspannten Gesprächen. Dank Sintflut in Österreich konnte, wer nach zwei, drei Stunden genug hatte, zuhause noch gemütlich Fußball gucken. Obwohl mancher später wohl dachte, es wäre besser gewesen, den Abend beim Spargelmarkt zu beschließen.

(RP)
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