Im Uedemer Ausschuss Uedemer SV: Ein Kunstrasen zum 100. Geburtstag

Uedem · Der Ausschuss für Gemeindeentwicklung signalisierte Zustimmung. CDU und SPD lehnten den Antrag der Grünen und der FDP zur B 67n ab.

 Der Uedemer SV wünscht sich einen Kunstrasenplatz (Archivbild).

Der Uedemer SV wünscht sich einen Kunstrasenplatz (Archivbild).

Foto: Evers, Gottfried (eve)

Der Trend ist kaum zu übersehen: Die niederrheinische Fußballszene setzt zunehmend auf Kunstrasenplätze, um den Spiel- und Trainingsbetrieb unabhängig von den Witterungsbedingungen ganzjährig durchführen zu können. Nun will auch der Uedemer Spielverein ein solches Feld und beantragte dieses mit einem Schreiben an die Gemeinde vom 14. März. Im Ausschuss für Gemeindeentwicklung stand der Antrag auf der Tagesordnung. Darin, dass die Errichtung notwendig sei, waren sich die Fraktionen einig. „Sie brauchen Platz. Und das eher morgen als übermorgen“, sagte Bürgermeister Rainer Weber. Er habe bereits Gespräche mit dem Uedemer SV geführt, die mit Fortuna Keppel stünden noch aus und sollen im zweiten Quartal dieses Jahres folgen.

Ansonsten ist noch vieles offen. Immerhin ist noch nicht geklärt, wie es mit der geplanten Wohnbauentwicklung am Ostwall weitergehe. Diese könnte die Platzanlage des USV miteinschließen. Sven Lotto warnte für die Bündnisgrünen vor einem zu langen Verfahren: „Es darf nicht sein, dass der USV da oben vertrieben wird und dann zehn Jahre lang nichts passiert.“

Auch die Christdemokratin Heidi Binn warnte: „Der USV wird in diesem Jahr 100 Jahre alt. Wir sollten mit dem Kunstrasenplatz nicht warten, bis er 200 Jahre alt wird.“ Bürgermeister Weber wies dieses Szenario zurück, machte aber deutlich, dass bis Juni nicht alle Details geklärt sein könnten. Die Gespräche mit den Vereinsvertretern hätten offenbart, dass eine mögliche Fusion des USV mit Fortuna Keppeln schwierig werden dürfte.

Michael Lehmann (CDU) wies darauf hin, die etwaigen Gesundheitsrisiken eines Kunstrasenplatzes ins Visier zu nehmen. Der Hintergrund: In den vergangenen Jahren kamen immer mehr Kunstrasenplätze ob ihres Mikroplastiks in den Verdacht, schädlich für Mensch und Umwelt zu sein. Weber erwiderte: „Wenn, dann verlegen wir natürlich die neueste Generation Kunstrasen. Dabei entstehen solche Probleme nicht.“ Für Benjamin Paeßens (FDP) sei die Frage, ob der Verein einen Kunst- oder Rollrasen bekommt, „verfrüht“. Stattdessen müsse erst geklärt werden, wie die Wohnbauentwicklung in der Gemeinde vorangetrieben wird. Am 7. Mai entscheidet der Rat über die Angelegenheit.

Die Liberalen stellten mit Bündnis 90/Die Grünen im Haupt- und Finanzausschuss zudem einen Antrag auf Sammlung der Fragen zur Bauplanung der B 67n. Am 9. Mai kommt es zur frühen Öffentlichkeitsbeteiligung im Bürgerhaus Uedem. Straßen-NRW wird dann für Nachfragen zur Verfügung stehen. Die CDU sprach sich gegen den Antrag aus, Michael Lehmann zu Folge sei die Erstellung eines Fragenkatalogs zu voreilig. „Erst wenn der Plan vorgestellt ist, kann man eine Stellungnahme veröffentlichen“, sagte er. Auch die SPD folgte dem Vorschlag nicht, Jörg Lorenz sagte: „Man darf sich durchaus Mühe geben, wenn man einen solchen Antrag stellt.“

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