Wunderland Kalkar on Wheels mit 6. Auflage

Charity-Event : 100 Trucker machen kranke Kinder froh

Lastwagenfahrer unternehmen ehrenamtlich mit schwerkranken Kinder eine Ausfahrt. Am Samstag, 25. Mai, geht es ab Wunderland Kalkar bis nach Emmerich und `s-Heerenberg. Tausende Zuschauer werden erwartet.

Der Hintergrund ist ein ernster, und mancher möchte über die Einzelschicksale gar nicht nachdenken. Was vielleicht sogar in Ordnung ist, denn an diesem Tag soll die Freude im Zentrum stehen: Bei der Charity-Veranstaltung „Wunderland Kalkar on Wheels“ geht es darum, schwerkranken Kindern zu einem außergewöhnlichen Tag zu verhelfen. Einem Tag, an dem möglichst wenig an den Alltag mit all seinen Mühen erinnert. Schmerzen, Sorgen, Geräte, Anwendungen – das alles gerät mal ins Hintertreffen. Dank unzähliger Helfer und professioneller Organisation ist es fast jedem noch so ernst erkrankten Kind möglich, an der Tour teilzunehmen.  

Im Pressegespräch vorab berichtete Wunderland-Geschäftsführer Han Groot Obbink einmal mehr von der ganz besonderen Atmosphäre des jährlich stattfindenden Ereignisses, das in der Region und darüber hinaus einen hervorragenden Ruf genießt. Groot Obbink fand sehr persönliche Worte: „Meine Eltern haben zwei ihrer Kinder verloren. Das ist ein Thema, das nie vorbei ist. Noch heute vergeht kein Tag, an dem dieses Trauma nicht erwähnt würde.“ Natürlich habe mancher an diesem Tag die Tränen in den Augen stehen, und jeder erwähne ein ,Gänsehautgefühl‘. „Aber vor allem ist es begeisternd,  zu sehen, wie die starken Männer in ihren mächtigen Fahrzeugen liebevoll die Kinder in ihre Kabine heben.“

100 Lkw dürfen an dem Konvoi teilnehmen, der am 25. Mai morgens um zehn Uhr am Wunderland startet und über Wissel, Grieth, Emmerichs Rheinpromenade, durch Netterden und durch die Stadtmitte des niederländischen `s-Heerenberg fährt, bevor es zurück Richtung Kalkar geht. Auch der Kalkarer Marktplatz ist noch mal ein besonderer Ort - 100 Lastwagen in der historischen Mitte! Natürlich wird die Schirmherrin, Bürgermeisterin Britta Schulz, wie in jedem Jahr den Konvoi begrüßen, bevor er über Hönnepel zum Wunderland zurück fährt. Und dann darf in Kernie’s Park nach Herzenslust und mit allen Eltern, Geschwistern und Freunden gespielt werden.

Leon Westerhof ist der Haupt-Organisator des Events, aber natürlich angewiesen auf ganz viele professionelle und ehrenamtliche Helfer. Und die Unterstützung beschränkt sich keinesfalls auf den Tag der Veranstaltung selbst: Schon Monate vorher werden die teilnehmenden Firmen angesprochen. Wobei es offenbar ein Klacks ist, Mitstreiter zu finden. „Niemand versagt uns seine Hilfe, alle Firmen, die schon mal dabei waren, kommen wieder. Wir hören, dass in manchen Betrieben die Fahrer sich geradezu  darum streiten, dabei sein zu dürfen.“ Innerhalb von sechs Minuten waren diesmal alle Mitfahrplätze belegt. Die meisten gehen an die kleinen Patienten der Düsseldorfer Kinderkrebsklinik, aber auch die Stiftung „Happy Smile“ hat einige Kinder vermittelt, zudem gab es einige Plätze für behinderte Kinder aus der Umgebung.

Die Touristiker der beteiligten Kommunen freuen sich schon sehr, Emmerich hat zum Beispiel tausende Fähnchen anfertigen lassen, die an die Bürger verteilt werden. „Winken ist ganz wichtig – zum eine, weil das für die Kinder in den Trucks toll aussieht, aber auch, weil es leichter ist, wenn man etwas in der Hand hat. Man kann die Kleinen ja nicht alle in die Arme schließen“, sagt Manon Loock-Braun nachdenklich. Winken, Banner halten, Jubeln, Singen, Musik machen – alles das ist willkommen. Feuerwehrfahrzeuge und Boote der Wasserschutzpolizei werden vermutlich wieder Fontänen in Gang setzen, kein Radfahrer, der nicht seine Klingel einsetzt. Erfahrungsgemäß zeigen Autofahrer, die wegen der Lkw-Schlange  nicht vom Flecken kommen, an diesem Tag ausnahmsweise mal Geduld. Selbst wer nicht weiß, worum es geht, ahnt, dass dies etwas Besonderes ist.

Jeweils zehn Lkw fahren zusammen, im jeweils ersten Fahrzeug sitzt ein Begleiter des THW Emmerich. Und weil man auch einfach Fan der dicken Brummis sein darf, gibt es auf dem Messegelände auch noch eine Ausstellung von 500 Trucks. Doppelt so viele wie im Vorjahr sind das, zwischen 10 und 18 Uhr ist jeder eingeladen, sich die Fahrzeuge, zu denen auch Show-Trucks und solche für die Rallye Paris-Dakar gehören, anzusehen. Auf junge Besucher warten Spielgeräte, KLetterparcours und Hüpfburg. Das Team „Pünktchen“ des Boere-Trek-Spektakels stellt ein Schrottauto zum Anmalen zur Verfügung, ein TV-Asphalt-Cowboy und ein telebekannter Abschlepper engagieren sich ebenfalls. Ein riesiges Festival, und dennoch nur Beiprogramm, wie Groot Obbink betont, denn es geht um die kranke Kinder und ihre Freude. Deshalb wird auch alles Geld, das an diesem Tag gespendet wird, von den Vereinen und Firmen direkt an die Kinderkrebsklinik übergeben; der Kalkarer Veranstalter hält sich da raus.

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