Goch: Wohnen zwischen Park und Bahn

Goch : Wohnen zwischen Park und Bahn

Die Gocher Voba Wohnbau wird ein Neubaugebiet in Weeze entwickeln: Am Küstersweg auf der Fläche des ehemaligen Hallenbades. Etwa ein Drittel der Grünfläche bleibt erhalten. Die Art des Lärmschutzes muss noch geklärt werden.

Lange Zeit hatte die Gemeinde Weeze das Grundstück, auf dem einst das Hallenbad stand und Schulsport betrieben wurde, frei gehalten. Man wusste ja nicht, welche Möglichkeiten die Zukunft bereit halten würde. Heute glaubt jedoch wohl niemand mehr daran, im kleinen Weeze mal Millionen für eine neue Schwimmhalle ausgeben zu können. Deshalb wird das Gelände am Küstersweg nun für Wohnbebauung genutzt. Da die Fläche an der Bahnlinie liegt, ist Lärmschutz unerlässlich. Die Politik ist sich noch nicht einig darüber, ob der in Form einer Wand oder eines Walls realisiert werden soll. In der nächsten Ratssitzung am 16. Dezember soll abschließend entschieden werden.

Vorhabenträger ist die Gocher Voba Wohnbau, deren Geschäftsführer Michael Henn der RP berichtete, was geplant ist: "Wir wollen auf der Teilfläche zwischen der Bahn und dem Parkplatz vor dem Kindergarten 20 Einfamilienhäuser mit Grundstücksgrößen zwischen 430 und 550 Quadratmetern errichten. Das Baugebiet liegt sehr gut - recht zentral und dennoch mit viel Grün. Denn das Drittel der Grünfläche, das erhalten bleibt, soll dann auch als regelrechter Park genutzt werden können." Bisher freuen sich vorwiegend Hundebesitzer an der Wiese, was wiederum Spaziergänge über die Fläche wenig empfehlenswert macht.

Ob denn die nahe Bahntrasse Bauwillige nicht abschreckt? "Wir haben schon einige Interessenten. Nach unserer Erfahrung lassen sich Leute, die mit der Bahn leben, von gelegentlich vorbeifahrenden Zügen nicht stören." Der Niersexpress, maximal zweimal pro Stunde in jeder Richtung unterwegs, ist auch, seit das Gleisbett erneuert wurde, viel leiser geworden, sagt SPD-Fraktionschef Alfons van Ooyen. Ihm und der übrigen Opposition würde ein begrünter Wall als Lärmschutz genügen, die CDU-Fraktion wünscht bisher eine (deutlich teurere) Mauer. Die Kosten gehen in die Erschließung des Geländes ein; je teurer das Projekt wird, desto teurer werden auch die Grundstücke. "Abgesehen von den Kosten ist das auch eine Optik-Frage: Ich weiß nicht, ob die Weezer oder auswärtige Bauwillige so gerne auf eine Mauer schauen möchten", fragt sich Michael Henn. Innerhalb des Gebiets werde es nur Anliegerverkehr und einen Wendehammer geben. Eltern könnten ihre Kleinkinder über einen reinen Fuß- und Radweg fernab von der Hauptstraße zum Beispiel zur Kita bringen.

Ohne Frage wird die Grünfläche deutlich kleiner. Und eine Reihe Bäume muss gefällt werden. Darüber haben sich bislang allerdings noch nicht einmal die Grünen beschwert. "Wir haben deshalb die Planung bewusst reduziert; ursprünglich hätte eine noch größere Fläche überbaut werden sollen", sagt Bürgermeister Ulrich Francken. Zudem seien die Kommunen landesplanerisch gehalten, die Ortskerne zu verdichten statt außerhalb immer neue Wohngebiete zu schaffen. So könne Weeze, das durch den Abzug der britischen Soldaten viele Einwohner verloren hatte, wieder maßvoll wachsen. Die Nachfrage ist da.

(RP)
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