Ausstellung im Konzert- und Bühnenhaus Spinnenschau trotzt der Kritik

KEVELAER · Die Grünen sehen die Veranstaltung kritisch, die Besucher sind fasziniert.

 Dieses Riesenexemplar ist tot, allerdings waren in der Ausstellung auch lebendige Spinnen zu sehen.

Dieses Riesenexemplar ist tot, allerdings waren in der Ausstellung auch lebendige Spinnen zu sehen.

Foto: Bianca Mokwa

Spinnen und andere Insekten sind in vielerlei Hinsicht ein polarisierendes Thema. Viele finden sie eklig, andere sind von ihnen fasziniert. Die Grünen hatten im vergangenen Jahr die XXL-Spinnen- und Insektenausstellung in Kevelaer scharf kritisiert, weil lebende Tiere gezeigt und gekauft werden konnten.

Ungeachtet der Kritik kehrten die Insekten jetzt ins Konzert- und Bühnenhaus zurück. Am Sonntag gab es wieder Spinnen, Insekten aller Art und auch Reptilien zu sehen. Diese Wirbeltiere hatten vergangenes Jahr für besonders viel Wirbel gesorgt, schließlich haben sie im Tierschutzgesetz einen anderen Status als wirbellose Tiere.

Die Kritik konnten Veranstalter und auch einige der Besucher aber nicht nachvollziehen. „Was unterschlagen wird ist, dass wir auch breit über das Insektensterben informieren. Außerdem leben unsere Tiere auf großflächigen Arealen und sind nur für die Ausstellung in den Terrarien“, so der Tierpfleger Meikel Liebe. Der Besucher Hubert Peters hat eine ähnliche Meinung: „Man kann nicht sagen, dass es den Tieren schlecht geht. Die Ausstellung ist interessant aufgebaut“. Der 70-jährige Kevelaerer ist begeistert von den Achtbeinern. „Ich würde niemals eine Spinne bei mir zu Hause töten“. Auch der zehnjährige Leon Wehling hatte Spaß mit den Tieren: „Es ist sehr cool hier, man kann viel sehen, was man sonst nicht sieht.“

Bürgermeister Dominik Pichler erläutert, dass er kein Freund solcher Veranstaltungen sei und sie auch nicht besucht habe. Gleichwohl sieht er kein Problem darin, dass das Event im Konzert- und Bühnenhaus über die Bühne geht. „Der Konsens des Rates zu lebenden Tieren bezieht sich auf Zirkusgastspiele auf städtischen Flächen. Und  ein Zirkus ist etwas anderes als eine solche Ausstellung“, sagt er.

Der Grünen-Politiker Ulrich Hünerbein-Ahlers hatte die XXL-Spinnenschau im vergangenen Jahr als „unsägliche Veranstaltung“ kritisiert. Auch Insekten seien Tiere, auf die man Rücksicht nehmen müsse. An dieser Sichtweise habe sich nichts geändert, sagte er jetzt. „Wir sehen das weiterhin sehr kritisch“, so Hünerbein-Ahlers.

Während die Ausstellung in Kevelaer gestattet wurde, hat die Stadt Rees sie in ihrem Bürgerhaus untersagt. In der Kommune gibt es die klare Regelung, dass in dem Gebäude keine Ausstellung mit lebenden Tieren stattfinden darf.

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