Werke des Kölner Malers Johannes Greferath in der Hohen Mühle Uedem

Uedem : Er malte Uedem und Adenauer

Der Heimatverein Uedem zeigt ab Sonntag 40 Werke des Kölner Malers in der Hohen Mühle. Bürgermeister Rainer Weber spricht zur Eröffnung.

(RP) Nach anderthalb Jahren intensiver und aufwändiger Vorbereitung findet nun am kommenden Wochenende die Ausstellungseröffnung mit Arbeiten des Kölner Kunstmalers Johannes Greferath (1872 – 1946) statt.  Der Heimatverein Uedem hat im Laufe der Vorbereitungsphase über 40 Bilder des bekannten Kölner Malers zusammengetragen. Die offizielle Eröffnung der Ausstellung wird Uedems Bürgermeister Rainer Weber am kommenden Sonntag, 17. November,  um 14.30 Uhr in der Hohen Mühle Uedem halten.

Im Jahre 1892 kam der 20-jährige Johannes Greferath als Lehrer nach Uedem. Nach vier Jahren wurde er zur Schule nach Köln-Nippes versetzt. Im Jahr 1897 heiratete er in Uedem Antonia Wachendorf, die Tochter des Uedemer Bürgermeisters Wachendorf (Amtszeit 1857-1890).

Die Familie Greferath mit drei Kindern wohnte dann immer in Köln. Nach dem 1. Weltkrieg konnte Johannes Greferath von seiner Malertätigkeit leben. Er hatte erfolgreiche Ausstellungen und malte berühmte Persönlichkeiten, unter anderem auch den damaligen Kölner Bürgermeister und späteren Kanzler Konrad Adenauer.

Als die ersten Bomben auf Köln fielen, flüchtete Johannes Greferath mit seiner Frau im Jahr 1941 nach Uedem und wohnte im Hotel Janssen. Die Eigentümerin Adele Janssen war eine Bekannte von Frau Greferath. Er teilte bei seinem Schriftverkehr mit Bekannten mit, dass auch in Uedem und Umgebung seine Bilder geschätzt wurden und er auch Bilder verkaufe.

Als die Front an den Niederrhein im Herbst 1944 kam, floh die Familie weiter nach Schlesien. Nach der Rückkehr im Herbst 1945 waren die Wohnung und das komplette Mobiliar und Bilder vernichtet. Die Eheleute Greferath konnten jedoch auf einen Bauernhof Wehren in Uedemerfeld ein Zimmer erhalten. Nach einer Magenoperation starb Johannes Greferath am 21.10.1946. In seinem Trauerschreiben sprach Konrad Adenauer von einem großen Verlust für das ganze Rheinland und die deutsche Kunst.

Die Bilder für die Ausstellung wurden aus vielen Orten zusammengetragen. So konnten Enkelkinder des Malers in Juist, Pulheim und Ratingen aufgesucht werden. Weitere Bilder wurden dank des Zeitungsaufrufes entdeckt.  Sieben Bilder wurden von Uedemerinnen und Uedemern zur Verfügung gestellt. Der Besitzer des Bildes „Dorfstraße in Uedem“ meldete sich ein halbes Jahr nach dem Aufruf in der Zeitung aus Bergisch-Gladbach. Die Besitzerin kennt das Bild über 70 Jahre. Ihr Großvater war Zahnarzt und hat den Maler im Krieg behandelt. Hierfür erhielt er die Ansicht „Dorfstraße in Uedem“.

Zur Sammlung erscheint jetzt auch eine Broschüre mit über 60 Bildern des Malers, in der auch Bilder dargestellt sind, die nicht in der Ausstellung gezeigt werden. Dabei wird auch sein Wirken in Uedem festgehalten.

Ein Porträt des Kölner Malers Johannes Greferath. Foto: HVV Uedem

Die Broschüre im Dina4-Format ist zum Preis von acht Euro  erhältlich. Die Ausstellung ist bis zum 22. Dezember jeweils samstags und sonntags von 14.30 Uhr bis 17 Uhr geöffnet. Bei dem Besuch der Ausstellung besteht natürlich dann auch die Möglichkeit, Kaffee und Kuchen zu günstigen Preisen zu genießen.