Weeze: Airport-Chef blickt „verhalten positiv“ auf die Zeit ab 2021

Airport : Airport-Chef blickt „verhalten positiv“ auf die Zeit ab 2021

Erst einmal ist die ganz große Sorge genommen, eventuell in einigen Monaten den Flugbetrieb einstellen zu müssen. Airport.Chef van Bebber freut sich über die breite Unterstützung aus dem Kreisausschuss.

(nik) Aufatmen in der Geschäftsführung und bei den Mitarbeitern des Flughafens Weeze: Erst einmal ist die ganz große Sorge genommen, eventuell in einigen Monaten den Flugbetrieb einstellen zu müssen. Wie berichtet, empfiehlt der Kreisausschuss dem Kreistag mit deutlicher Mehrheit, den erbetenen Betriebskostenzuschuss zu bewilligen. Es ist also davon auszugehen, dass in der Sitzung am 19. Dezember das Geld frei gemacht wird. Ebenso wird die Gemeinde Weeze zahlen – Flughafen-Geschäftsführer Ludger van Bebber kann 1,9 Millionen Euro fürs kommende Jahr zusätzlich einplanen. Allerdings sagt die Politik, dass sie diesen Weg nicht über Jahre weitergehen will; die Hilfe fürs laufende Geschäft soll eine einmalige Sache sein.

Wie reagiert der Airport-Chef? „Wir freuen uns über die offensichtlich sehr breite Unterstützung im Kreisausschuss, insbesondere auch für alle Beschäftigten am Airport. Wir sehen weiterhin das Jahr 2020 aufgrund der Rahmenbedingungen als große Herausforderung. Die positiven Signale aus Berlin zur noch einseitigen Belastung des Flughafens mit den Flugsicherungskosten stimmen uns für die Entwicklung ab 2021 verhalten positiv. Nach der Einführung einer Luftverkehrssteuer ab 2021 in den Niederlanden gehen wir davon aus, wieder Wachstumschancen realisieren zu können.“

Wenn Regionalflughäfen wie der in Weeze künftig ebenso wie die großen internationalen Mitbewerber die Kosten für die Flugsicherung erstattet bekommen, soll das schon mal rund eine Million Euro einsparen. Und wenn die Niederlande ab 2021 auch eine Luftverkehrsabgabe verlangen, dürfte das die Ticketpreise verteuern, und Ryanair oder andere Günstig-Anbieter haben keinen Grund mehr, Eindhoven zu bevorzugen. Diese Hoffnung teilen die Flughafen-Unterstützer von „Pro Niederrhein“. Heinz-Willi Knechten und seine Mitstreiter aus Weeze und Umgebung erinnern daran, dass die Insolvenz von Air Berlin am Flughafen Düsseldorf zu einem Preisdumping für die Landerechte geführt habe, worunter insbesondere Weeze stark leide. Zudem fehlt Ryanair wegen der Probleme mit der Boeing 737 MAX Dutzende Flugzeuge, so dass der Flugplan ausgedünnt werden musste. Laut Pro NRN ist ein Ende der Krise absehbar, weil sich der Markt neu ordne. „Die zulässige Obergrenze der Flugbewegungen in der NRW-Landeshauptstadt ist bald erreicht“, womit Knechten sagen möchte, dass auf Weeze kaum verzichtet werden könnte, zumal auch Mitbewerber Eindhoven wegen behördlicher Auflagen nicht wachsen dürfe. „Früher oder später wird die starke Airline Ryanair die bestellten Jets erhalten, womit eine signifikante Ausweitung der Verkehre verbunden sein wird.“ Daraus folgert die Interessenvertretung, dass es trotz derzeit schlechter Lage langfristig wieder deutlich besser aussehen könne für den Flughafen Weeze.

In Relation zu anderen Regional-Flughäfen in NRW, die dauerhaft und umfangreicher gefördert werden, und in Anbetracht der Bedeutung für den Niederrhein sei die „vergleichsweise geringe Überbrückungshilfe“ gerechtfertigt, so Knechten. Man möge nicht vergessen, wie deprimierend die Lage in Weeze nach dem Abzug der britischen Luftwaffe vor 20 Jahren war. Von dem Weggang der Briten, der Weeze und das Umfeld demografisch und ökonomisch getroffen hatte, habe sich die Region prächtig erholt. „Es wäre töricht, durch mangelnde Unterstützung eine ähnlich fatale Situation wie vor 20 Jahren herbei zu führen“, so Knechten.