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Wallfahrtsrektor von Kevelaer organisiert eine Reise nach Polen.

Reise von Kevelaer nach Polen : Kevelaerer besuchen Auschwitz

Wallfahrtsrektor Kauling organisiert eine kulturgeschichtliche Reise nach Polen.

Gregor Kauling hat bereits mehrere Konzentrationslager besucht. Er ist sicher: „Auschwitz ist anders als alle anderen Lager“, sagt der Wallfahrtsrektor. Im Jahr 2000 war er dort zum Besuch. Für ihn ein einschneidendes Erlebnis. „Ich war erschüttert ob der Größe des Geländes.“ Vieles sei bereits verändert. Erhalten sind aber die Treppen, über die die Menschen in den Tod geschickt wurden. Bei dem Anblick habe er daran denken müssen, dass auch Edith Stein diesen Weg gegangen ist. Die Ordensschwester mit jüdischen Wurzeln starb 1942 in Auschwitz. 1998 wurde sie heilig gesprochen. Gregor Kauling ist sicher: „Auschwitz verändert dich.“ Der Ort lasse keinen kalt. Daher wird der Tag in der Gedenkstätte auch ausführlich vorbereitet und nachbesprochen. Der Besuch im Konzentrationslager wird sicher das prägende Ereignis auf einer Reise sein, die der Wallfahrtsrektor zusammen mit Gudrun Schiffer vom gleichnamigen Reisebüro organisiert.

Der 75. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz ist ein wichtiges Datum für den Anlass der Reise, ein anderes ist der 100. Geburtstag von Papst Johannes Paul II. Eine Verbindung, die auf der Reise deutlich werden wird. Denn Wadowice, der Ort, in dem der spätere Papst aufwuchs, liegt nur knapp 40 Kilometer von Auschwitz entfernt. Wer sich mit dem Leben von Johannes Paul II. beschäftige, stoße immer wieder auf persönliche Freundschaften vom Papst zu jüdischen Familien. Viele Elemente seiner Theologie seien nur vor diesem Hintergrund zu verstehen, macht Kauling deutlich.

Wallfahrtsrektor Gregor Kauling und Gudrun Schiffer vor dem Papstportal in Kevelaer. Foto: Latzel

In Wadowice bekomme man auf der Reise einen tiefen Eindruck davon, wie sehr die Nähe zu dem Konzentrationslager die Menschen dort geprägt habe. Und da der Wallfahrtsrektor sicher ist, dass der Tag in Auschwitz tiefe Spuren bei den Teilnehmern hinterlassen wird, ist am Tag danach eine Messe im Sanktuarium der Barmherzigkeit Gottes gefeiert. Das solle den Teilnehmern eine Möglichkeit geben, die Eindrücke aufzufangen.

Kauling freut sich auf viele interessante Begegnungen während der Reise, die er als kulturgeschichtliche Fahrt mit Pilgermomenten und Lebenszeugnissen beschreibt. Er hat Treffen mit Zeitzeugen geplant, zum Beispiel mit dem Sekretär des damaligen Papstes, Kardinal Stanislaw Dziwisz, und dem emeritierten Erzbischof von Oppeln, Alfons Nossol. Auf der Hinreise wird die Gruppe einen Zwischenstopp in Dresden einlegen und dort Heinrich Timmerevers treffen, der vor seiner Ernennung zum Bischof von Dresden-Meißen Weihbischof im Bistum Münster war. Auf dem Programm steht ein Gottesdienst im Marienheiligtum Tschenstochau.

Eine Anmeldung zu der Fahrt ist bis Samstag, 29. Februar, möglich.