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Wallfahrt mit über 100 Reisemobilen in der Stadt Goch

Goch : Pater Peters: „Goch ist nicht Jerusalem“

Die diesjährige Arnold-Janssen-Reisemobilwallfahrt in Goch stellte den spirituellen Kern, das Leben und Wirken des Namensgebers, des Heiligen Arnold Janssen, wieder mehr in den Mittelpunkt.

. „Es war schön mit euch“, sagte Pater Hans Peters am Ende des Gottesdienstes an der Nierswelle, dem  spirituellen Höhepunkt der Gocher Arnold-Janssen-Reisemobilwallfahrt, und zeigte sich am Sonntagnachmittag sehr zufrieden mit der Teilnahme der Wallfahrer in diesem Jahr.

Darauf anspielend, dass die Wallfahrt nun nicht mehr jährlich sondern alle zwei Jahre stattfindet, fügte  er hinzu: „In Jerusalem sagt man „Nächstes Jahr in Jerusalem“, aber Goch ist nicht Jerusalem.“ Der gut besuchte Gottesdienst unter freiem Himmel wurde musikalisch gestaltet von einem Projektchor unter der Leitung von Wolfgang Nowak.

Mehr als hundert teils liebevoll geschmückte Reisemobile fuhren später an der altehrwürdigen Maria-Magdalena-Kirche vor, wo sie von Pater Peters gesegnet wurden. Wie Gochs Stadtsprecher Torsten Matenaers mitteilte, hatten sich etwa 170 Gäste für die Teilnahme am viertägigen Programm gemeldet. Das war etwas weniger als in vergangenen Jahren.

„Das extrem heiße Wetter hat wahrscheinlich einige abgehalten“, sagte Torsten Matenaers. Er und Rüdiger Wenzel vom Stadtmarketing zeigten sich aber sehr zufrieden mit dem Ablauf. Für die elfte Ausgabe der Reisemobilwallfahrt hatten die Organisatoren einige Änderungen vorgenommen: Neben der nun zweijährigen Durchführung wurde auch der spirituelle Kern, das Leben und Wirken des 1837 in Goch geborenen Heiligen Arnold Janssen, wieder deutlicher in den Mittelpunkt gestellt.

Zu den neuen Programmpunkten gehörte eine Pilgerfahrt nach Steyl, wo Arnold Janssen 1875 das Missionshaus Sankt Michael gründete. Die Wallfahrer besuchten dort auch das Grab des Ordensgründers. Weiter wurde eine Fahrt nach Xanten angeboten mit Stadtführung, Besuch der Krypta im Dom und gemeinsamem Gebet im Gotteshaus. „Beide Fahrten waren mit jeweils 50 Teilnehmern ausgebucht“, teilte Matenaers mit.

Viele Gäste kommen schon seit vielen Jahren zur Wallfahrt nach Goch und nutzen den beliebten Reisemobilstellplatz am Friedensplatz. Dort befand sich auch ein geräumiges Festzelt, wo es ein tägliches Frühstück und am letzten Tag ein Sonntagsbrunch gab.

Von Anfang an dabei waren Elke Cherdron und Peter Riesler aus Lohnsfeld in der Pfalz. „Das ist Kameradschaft und gemeinsames Erleben“, so Riesler. „Wir besuchen auch die Gocher Kirchen und fahren mit nach Steyl und Xanten“, ergänzte Ehefrau Elke. Für die tägliche Morgen-Messe im Zelt hatte das Ehepaar schon vor Jahren ein hölzernes Kreuz gestiftet. Das geweihte Kreuz wandert nach Ende der Wallfahrt wieder in die Arnold-Janssen-Kirche.

Ein weiteres wichtiges Symbol der Wallfahrt ist der Pilgerstab. Jedes Jahr wechselt er wie ein Staffelstab den Träger. In diesem Jahr bekam Familie Offergeld den Stab während des Abschluss-Gottesdienstes feierlich überreicht. Torsten Matenaers und Rüdiger Wenzel betonten, Pater Peters sei die „Seele der Wallfahrt“. Er kennt zahlreiche Gäste persönlich und nahm sich beim Segnen auch die Zeit, mit jedem ein privates Wort zu sprechen. Sichtlich war ihm die direkte Ansprache wichtig, er segnete nur bei geöffneten Fenstern und Türen an den Fahrzeugen, um auch die Menschen auf den Rücksitzen zu erreichen.

Die Karawane der über 100 Reisemobile bei ihrer Wallfahrt durch die Straßen der Gocher Innenstadt auf dem Weg zur Maria-Magdalena-Kirche. Foto: Evers, Gottfried (eve)

Da er fließend die  niederländische Sprache beherrschticht, wechselte er auch mit den vielen niederländischen Gästen ein paar Worte. Die Prozession der Fahrzeuge mit Segnung war für alle ein bewegender Moment, der auch durch das anhaltende feierliche Geläut der Pfarrkirche Maria Magdalena  unterstrichen wurde.