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Goch-Hülm: "Walbecker Spargel" aus Goch – mit EU-Gütesiegel

Goch-Hülm : "Walbecker Spargel" aus Goch – mit EU-Gütesiegel

Die Spargelbaugenossenschaft Walbeck und Umgegend vermarktet den regionalen Spargel mit einem neuen Logo. Und auf dem Produkt befindet sich das EU-Gütesiegel "geschützte geografische Angabe".

Den ersten Spargel hat Marco Ketelaars bereits geerntet und zum Händler gebracht, der optimale Zeitpunkt für die Ernte ist aber noch nicht erreicht. Wann es richtig losgehen wird mit der Ernte, kann der Landwirt aus dem Gocher Ortsteil Hülm freilich nicht mit Sicherheit voraussagen. "Lange wird es aber nicht mehr dauern", sagt er. Der Ketelaarshof liegt im Anbaugebiet, das im Sommer vergangenen Jahres von der Kommission der Europäischen Union mit einem Gütesiegel ausgezeichnet wurde — als solches trägt das beliebte Saisongemüse des Hofes in diesem Jahr erstmals das Siegel "geschützte geografische Angabe" (g.g.A.).

Nicht jeder Landwirt aus dem von der EU festgelegten Anbaugebiet darf das Gütesiegel benutzen, entsprechende Vorgaben gilt es zu beachten, für dessen Umsetzung die Spargelbaugenossenschaft Walbeck und Umgegend eG Sorge trägt. Das Anbaugebiet, das sich nun mit dem EU-Gütesiegel schmücken darf, erstreckt sich von Hülm über Wemb, Twisteden, Lüllingen Walbeck und Straelen bis Herongen. Die Grenzziehung hat vor allem geografische Gründe: "Dort, wo heute der Walbecker Spargel wächst, verlief während der Eiszeit ein Gletscher. Die Endmoräne, die er hinterlassen hat, prägt bis heute die Beschaffenheit des Bodens und des Grundwassers", sagt Markus Bremers von der PR-Agentur document1, die der Spargelbaugenossenschaft bei der Vermarktung des regionalen Produktes hilft. "Die sandigen Böden, milden Temperaturen und satten Niederschläge in der Region sorgen dafür, dass der Spargel schnell wächst. Diese optimalen Wachstumsbedingungen wirken sich positiv auf die Struktur und den Geschmack des Walbecker Spargels aus. Denn wenn die Spargelstange sich schnell ohne Mühe durch den Boden arbeiten kann, bleibt sie fein in der Struktur und schmeckt besonders nussig-süß", so Bremers. "Im Grunde kriegen die EU-Auszeichnung nur Lebensmittel, die darlegen können, dass sie sich durch ganz typische regionale Merkmale von anderen Lebensmitteln unterscheiden", sagt er. Hinzu komme, dass die Genossenschaftsmitglieder über viele Generationen Erfahrung im Spargelanbau verfügen.

Im Rahmen der Auszeichnung mit dem EU-Siegel hat die Genossenschaft auch ein neues Logo entworfen, das den geschützten Markennamen "Walbecker Spargel" künftig auszeichnet und für Herkunft und Qualitätsanforderung bürgt: Sonne, Erde und Wasser umrahmen den Markennamen im Logo — "Das sind die drei Elemente, die der Spargel braucht", sagt Franz-Peter Allofs, Vorstand der Spargelbaugenossenschaft. "Wir haben vor etwa zwei Jahren begonnen, den Spargel gemeinsam zu vermarkten. Wir wollen die Marketingstrategie immer weiter ausbauen. Im Moment ist die Etikette ,Regional' sogar noch beliebter als 'Bio', das müssen wir mit unserem regionalen Qualitätsprodukt natürlich ausnutzen", sagt Marco Ketelaars, der ebenfalls im Vorstand der Genossenschaft aktiv ist. Und dass der Walbecker Spargel auch tatsächlich aus der Region stammt, das verspricht dem Käufer in dieser Saison nicht nur das Logo der Genossenschaft, sondern auch das EU-Siegel.

(RP)