Goch: Von Wikingern und Schwänen

Goch: Von Wikingern und Schwänen

Männerballett-Turnier der Gocher Feuerwehr im Kastell begeisterte das Publikum. Neun Tanzgruppen wirbelten im Kampf um die Pokale über die Bühne. Und auch das Rahmenprogramm bot Sahnehäubchen.

Das war der Beweis! Was eigentlich schon beim 1. Gocher Männerballett-Turnier der Feuerwehr Goch bei der Premiere im Vorjahr feststand, wurde ein für alle Mal klargestellt: Männerballett ist keine exotische Nischendisziplin, sondern Showtanz, der sich wahrlich nicht verstecken muss. Man(n) muss nur den Mut haben! So wie "Die Chaoten" aus Kleve, die als rot-weiße "Funker-Schwänchen" zwar mit nur fünf Tänzer die Bühne enterten, aber mit ihrem natürlichen Spaß sofort die vollbesetzte "KFG-Arena" (=Kastell) auf ihrer Seite hatten.

Ebenfalls als Tanzmariechen kamen "Bandscheibe & Co." aus Bedburg-Hau. Sie tanzten so leidenschaftlich, dass ein Mariechen umkippte und von einer "Krankenschwester" mit der Kraft zweier Bügeleisen ins Leben zurückgeholt werden musste. Das war beim Klever "Humus-Ballett", die den ältesten Teilnehmer in ihren Reihen hatten, nicht notwendig, obwohl sie pausenlos als tapfere Wikinger über die Bühne wirbelten. Voller Power waren auch "Die Rheinperlen" aus Duisburg-Homberg! Als schwarze Kapuzenmänner schritten sie anfangs bedächtig nach vorne, um sich ruckzuck in peppige Fans des knallroten Gummibootes zu verwandeln.

Die Spezialitäten

  • Goch : Der Regenmacher im Gocher Kastell

Apropos "verwandeln"! Eine der Spezialitäten der "Tanzbienen" aus Neunkirchen-Seelscheid! Ob sexy Flugbegleiter(innen), tutu-tragende Ballettschüler(innen) oder stolze Riverdancer, alles wurde so perfekt gebracht, dass Jurymitglied Christian Poell nur noch sagen konnte: "Megageil!" Das passte aber auch zu "De Männer" aus Stolberg. Die 13 Mann lieferten mit einer sagenhaft exakten Choreographie eine ABBA-Show vom Feinsten. Tolle Hebeübungen und Hüftschwünge ließen die Pulsfrequenz so mancher weiblichen Gäste nach oben schnellen.

Die Moderatorin

Die stets schlagfertige Moderatorin Katja Jansen durfte aber auch eine andere Art Männerballett präsentieren: den gekonnt erotischen Moulin-Rouge-Auftritt der "Knallfrösche" aus Dorheim. Vom Tango bis zum Cancan hatten sie alle Facetten drauf. Wandlungsreich kamen auch "Die Niersdancer" aus Goch daher: huldigten sie als Matrosen anfangs noch dem "Fluch der Karibik", überzeugten sie im Handumdrehen als Draufgänger mit Boxershorts und Leuchtbrillen. Ihrer Rolle treu blieben die "Schloss-Kavaliere" aus Gymnich, die als Großwildjäger, Eingeborene und Löwen das Kastell unsicher machten. Klasse Show! Genau wie das Rahmenprogramm: die Showtänze der Gardefrauen, der Mittleren Tanzgarde und des Männerballetts der KFG, wie auch der Gastauftritt von Hilla Heien sorgten für mehrere Sahnehäubchen, die schon wieder Lust auf das nächste Männerballett-Turnier machten.

(RP)
Mehr von RP ONLINE