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Von Sturm zerstört: Bücherschrank Uedem von Verein Kurasch aufgestellt

Von Sturm Zeynep zerstört : Uedems Bücherschrank ist zurück

Das Sturmtief „Zeynep“ hatte die Box auf dem Marktplatz zerstört, nun wurde eine neu gebaute Box von Mitgliedern des neuen Uedemer Vereins Kurasch wieder aufgebaut.

Der ursprüngliche Bücherschrank sollte nur ein Provisorium sein. Bis 2022 aber hätte die Box auf dem Uedemer Marktplatz halten sollen, so die Pläne des Vereins Kurasch. Doch daraus wurde nichts. Das Sturmtief „Zeynep“ machte dem Schrank den Garaus. „Es war Anfang 2020 die erste öffentlichkeitswirksame Aktion unseres Vereins. Mit dem Bücherschrank wollten wir das Gemeindebild verschönern. Doch es war ein ganz alter Schrank aus den sechziger Jahren, der nicht für draußen geeignet war“, so Schatzmeister Philipp Laukens-Richter.

Regenwasser drang in das Möbelstück ein, die Türen und Scharniere hielten der Nutzung nicht Stand. So mussten die Ehrenamtlichen vorzeitig für eine neue Lösung sorgen. „Eigentlich wollten wir erst nach 2022 eine neue Kiste installieren, doch der Sturm hat uns zum Umdenken gezwungen. Daher haben wir uns  sechs Wochen lang immer wieder abends  getroffen, um einen neuen Schrank zu bauen“, sagt Philipp Laukens-Richter. Viele Teile der alten Kiste wurden wiederverwertet, auch die Verkleidung besteht aus alten, noch gut erhaltenen Brettern einer Gartenhütte. Zudem wurde auf ein Sammelsurium Schrauben zurückgegriffen, wodurch schließlich eine gänzlich kostenfreie Bücherkiste gebaut werden konnte. Das Stichwort lautet Recycling.

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Jetzt wurde der hölzerne Bücherschrank offiziell eingeweiht, 80 Bücher stehen bereit. Bürger sind eingeladen, die Reihen weiter zu füllen – und sich selbst zu bedienen. Und zwar kostenlos. „Hoffentlich hält der Schrank nun länger. Wir sind da aber sehr zuversichtlich, weil er wetterfest gebaut wurde“, sagt der Schatzmeister.

Zum Hintergrund: Der Heimatverein „Kurasch“ (die niederrheinische Version des Wortes Courage), dem viele junge Uedemer angehören, will mit urbanen Ideen das Gemeindeleben und insbesondere den Ortskern verschönern. Der Verein ist weder konfessionell noch politisch gebunden. Man will Menschen zueinander führen und Gespräche organisieren. Die Themen  sind etwa Kultur, Nachhaltigkeit und Stärkung der Region. Großstadtideale sollen im Dorf Einzug halten.

Der Bücherschrank ist nur ein erster Schritt, das Herz der 8000-Einwohner-Gemeinde attraktiver zu gestalten. „Das war in den vergangenen anderthalb Jahren ein Selbstläufer. In vielen anderen Städten wurde ein solches Angebot ebenfalls gut angenommen. Wir haben einmal einen Grundfundus an Büchern bereitgestellt, danach lief es in bürgerschaftlicher Selbstverwaltung. Der Schrank wurde sehr gut genutzt“, sagt der Ehrenamtler im Gespräch mit unserer Redaktion.

Die Anlaufstelle im Schatten der evangelischen Kirche sei auch ein Zeichen für mehr Nachhaltigkeit, wie Laukens-Richter meint. „Wir haben alle Bücher Zuhause, die zu schade zum Wegwerfen sind, bei denen wir uns jedoch sicher sind, dass wir sie höchstens ein zweites Mal lesen werden. Danach aber verstauben sie in den Schränken. Stattdessen kann man die Bücher unter Leute bringen, sodass sie noch ein drittes, viertes oder zehntes Mal gelesen werden“, so der Vertreter des  Vereins. Bücher seien eine kulturelle Ressource, die nicht gehortet, sondern gelesen werden müsse, so  Laukens-Richter.