Volksbank an der Niers will ihr Filialnetz halten

Neujahrsempfang : Volksbank will ihr Filialnetz halten

Beim Neujahrsempfang stellte Wilfried Bosch zudem die digitale Zweigstelle vor. Sven Plöger machte das Thema Klimawandel greifbar.

Passend zum Gastvortrag von Sven Plöger mit dem Titel „Klimawandel: Gute Aussichten für morgen!?“ nutzte Wilfried Bosch, Vorstandsmitglied der Volksbank an der Niers am Freitag das Bild des schützenden Schirmes als roten Faden für seinen Vortrag auf dem Neujahrsempfang des Kreditinstituts . „Unsere Volksbank-Crew ist für so ziemlich jede Wetterlage gerüstet“, versprach er den über 350 geladenen Gästen im Hotel SeePark in Geldern.

Wie mit dem Wetter verhält es sich derzeit auch in der Bankenwelt: Der Klimawandel sei deutlich spürbar, gleichzeitig seien exakte langfristige Prognosen schwierig zu formulieren. In Anlehnung an Mark Twain, nach dessen Ansicht ein Bankier eine Person ist, die Schirme bei Sonnenschein verleiht und bei Regen sofort zurück haben möchte, versicherte Bosch: „Wir lassen Sie nicht im Regen stehen und bleiben auch im Klimawandel der Finanzbranche an Ihrer Seite.“ Die expansive Geldpolitik zwischen Niedrigzins und Anleihekäufen der Europäischen Zentralbank habe im vergangenen Jahr ihren bisherigen Höhepunkt erreicht. „Diese Politik führt zu einem Klimawandel für alle Akteure – sowohl für die Banken als auch für die Sparer und Kreditnehmer“, so Bosch. Bosch versprach: „Gemeinsam mit Ihnen kämpfen wir uns durch jede Wetterfront der Niedrigzinsen und finden für Sie den richtigen Schirm.“

Das starke Vertrauen der Mitglieder und Kunden in die Volksbank an der Niers bringen auch die Zahlen von 2019 zum Ausdruck. Im Kundengeschäft konnte ein Kreditwachstum von etwa vier Prozent und ein Einlagenwachstum von acht Prozent erzielt werden, so dass die Bilanzsumme der Bank auf inzwischen 2,5 Milliarden Euro angewachsen ist. Überraschend und eine Herausforderung für die Bank sei das Einlagenwachstum von 8 Prozent per Jahresende 2019. Bosch: „Denn überschüssige Mittel am Kapitalmarkt mit positiver Rendite und ohne das Eingehen von Risiken unterzubringen, gestaltet sich äußerst schwierig und ist in den letzten Wochen nicht möglich.“

Auch angesichts der Entwicklung bei Mitbewerbern hob Bosch als „die wichtige Botschaft“ hervor: „Wir werden die Öffnungszeiten insbesondere in den kleineren Geschäftsstellen entsprechend der Nutzungsfrequenz reduzieren und wollen unser Filialnetz aufrechterhalten. Wir bieten weiterhin Bargeld, Service und vor allem persönliche, diskrete Beratung in Ihrer Nähe.“ Dazu gehöre die Beratung nach Terminabsprache von 8 bis 20 Uhr.

Ausführlich widmete sich Bosch der Einführung der Digital-Filiale. Die Volksbank beschreite neue Wege. „Sie bleiben während Ihres Beratungsgesprächs ganz einfach daheim, im Büro oder Auto“, beschrieb Bosch die Vorzüge der Digital-Zweigstelle. Sichere Überweisung tätigen, Kontostände überprüfen, Kreditkarte bestellen oder persönliche Daten ändern – ein Anruf oder das Senden einer Nachricht genügt. Der Kunde wählt den für ihn bequemsten Kommunikationskanal aus – egal ob Telefon, E-Mail oder Online-Chat. 20 Mitarbeiter der Volksbank an der Niers arbeiten künftig in der Digital-Filiale, „weil persönliche Beratung, Kooperationen und Nachhaltigkeit bei uns nicht an Wert verloren haben“, stellte Bosch klar heraus. Ihre Büros werden an der Hauptstelle in Veert eingerichtet. Trotz des Blicks auf die digitale Welt gab es in Sachen Abschaffung von Bargeld eine klare Aussage von Bosch: „Bargeld ist für eine gut funktionierende Volkswirtschaft und die Privatsphäre von hoher Bedeutung. Ansonsten geht das Vertrauen in Politik, unseren Staat und letztlich die Währung verloren.“

Dann kam Deutschlands bekanntester „Wetterfrosch“ auf die Bühne. Mit vielen Bildern und Geschichten vergangener Wetterereignisse nahm ARD-Wettermann Sven Plöger den Zuschauer mit in das Klimageschehen. Wie hängt der Rückgang des Tausende von Kilometern entfernten arktischen Eises mit unserem Wettergeschehen zusammen? Wird es in der Zukunft möglicherweise mehr Unwetter, Hochwasserlagen und Dürren geben und ist Kohlendioxid wirklich ein Klimakiller? Plöger mahnte, den Klimawandel ernst zu nehmen und „ernsthaft und ehrlich“ dem Thema zu begegnen. Dass sei nicht nur Sache der Politik. „Es kommt auf jeden Einzelnen an“, so Sven Plöger zum Abschluss.