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Volksbank an der Niers baut neue Filiale und Wohnungen in Pfalzdorf

Lokale Wirtschaft und Infrastruktur : Volksbank investiert in Pfalzdorf

Die Volksbank an der Niers baut für zwei Millionen Euro ein neues Wohn- und Geschäftshaus in Pfalzdorf. Die Filiale ist bis zur Fertigstellung Mitte 2021 im ehemaligen Kindergarten i-Pünktchen untergebracht.

Hilfe, die Volksbank in Pfalzdorf ist weg. Das haben sich in den vergangenen zwei Wochen wohl viele Kunden gedacht, die den Weg zur Motzfeldstraße 50 angetreten haben. Tatsächlich wurde das Gebäude dem Erdboden gleichgemacht. Die Bankberater arbeiten nun rund 250 Meter weiter westlich, im ehemaligen Gebäude der Kindertagesstätte i-Pünktchen nahe den Bahngleisen in Pfalzdorf. „Übergangsweise“, wie Johannes Janhsen, Vorstand der Volksbank an der Niers, auf Anfrage unserer Redaktion bekanntgibt. Mitte Juli 2021 soll die neue Geschäftsstelle an alter Stelle fertiggestellt sein. Dann wird wieder umgezogen.

Während sich die Sparkasse Goch-Kevelaer-Weeze aus dem Gocher Ortsteil mit seinen 7000 Einwohnern zurückgezogen hat, verfolgt die Volksbank an der Niers eine andere Strategie. „Pfalzdorf ist für uns ein wichtiger Standort. Wir betreuen dort rund 3200 Kunden und möchten ihnen möglichst kurze Wege anbieten“, sagt Janhsen. Diese kommen sowohl aus Pfalzdorf, als auch aus den umliegenden Ortschaften Nierswalde, Louisendorf und Schneppenbaum. Das ist der Historie geschuldet. So gab es in den beiden Bedburg-Hauer Dörfern ebenfalls Volksbank an der Niers-Filialen. Vor Jahren wurden diese jedoch geschlossen, der Service und die Beratung wurden von anderen Standorten übernommen.

Baustelle an der Motzfeldstraße in Goch-Pfalzdorf: Die alte Volksbank-Filiale wurde weggebaggert. Bis Mitte 2021 soll dort der neue Bau mit Geschäftsstelle und sechs Wochnungen entstehen. Foto: Julis Lörcks/Julia Lörcks

„Momentan haben wir 20 Geschäftsstellen und 45 Bankautomaten und das soll auch in Zukunft so bleiben“, sagt Janhsen. Aus diesem Grunde habe man vor einiger Zeit die Entscheidung getroffen, in Pfalzdorf neu zu bauen. Auch weil das alte Gebäude in einem sehr schlechten Zustand war. Schlechte Substanz, feuchter Keller, keine Dämmung. Dazu die Automatensprengung im Jahr 2013, die dem Ganzen nicht gerade zuträglich war. Also entschied sich der Vorstand für eine Kapitalanlage in Krisenseiten. „Bei diesen niedrigen Zinsen bietet sich das einfach an“, sagt Janhsen.

Übergangsweise arbeiten die Kundenberater in den ehemaligen Räumen des Kindergartens i-Pünktchen. Foto: Julis Lörcks/Julia Lörcks

Kapitalanlage, das heißt: Auf dem fast 800 Quadratmeter großem Grundstück an der Motzfeldstraße / Ecke Deekenstraße in Goch-Pfalzdorf entsteht ein neues Wohn- und Geschäftshaus mit sechs Mietwohnungen und einer Geschäftsstelle. Die Wohnungen sind 74 bis 114 Quadratmeter groß und verfügen alle über einen Balkon beziehungsweise einer Terrasse. Sie werden barrierefrei ausgestattet, ein Aufzug wird eingebaut. Die eigentliche Filiale wird etwas kleiner als zuvor, bietet aber mit einem Foyer mit Automaten und einem Servicepunkt sowie drei Büros für Kundengespräche den gleichen Raum für die fünf Mitarbeiter wie zuvor. Geplant hat das Ganze der in Goch lebende und wirkende Architekt Klaus Völling. Die Baukosten betragen etwa zwei Millionen Euro.

Bis der Bau fertiggestellt ist – geplant ist derzeit Mitte 2021 – ist Geschäftsstellenleiter Burkhard Simons mit seinem Team in die ehemaligen Räumlichkeiten der Kindertagesstätte i-Pünktchen an den Gleisen in Pfalzdorf gezogen. „In anderen Fällen haben unsere Mitarbeiter auch schon einmal übergangsweise in Büro-Containern gearbeitet. In diesem Fall bot sich der alte Kindergarten ganz in der Nähe an“, sagt Janhsen im Gespräch. Dort gibt es zwar keinen Bankautomat (der befindet sich an der Waterkuhlstraße 79), dafür aber einen Service-Bereich sowie Büros für Kundengespräche.