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Volker Weininger als "Sitzungspräsidet" in Goch..

Im Gocher Nostalgie-Kino trat Volker Weininger mit dem Thema Karneval auf. : Goli-Publikum feiert den Sitzungspräsidenten

Sein Thema ist der Vereinskarneval. Liebenswert überzeichnet karikiert Volker Weininger die organisierte Narretei.

Es war in gewisser Hinsicht ein Wagnis, denn in einer Stadt, die sich der Narretei so sehr verschrieben hat wie Goch, hätte es sein können, dass der vorgehaltene Spiegel den einen oder anderen Vereinsvertreter verärgert hätte. Doch das Gegenteil war der Fall: Volker Weininger, der in seinem Kabarett-Soloprogramm den typischen (?) rheinischen Karnevalisten gibt, stieß im Gocher Goli auf uneingeschränkte Begeisterung. Die neue Kleinkunst-Reihe „Goli-Art“ hat mit Weininger einen super Start hingelegt. Daran müssen sich die Künstler, die im Januar und im März kommen werden, messen lassen.

Der Sitzungspräsident – das ist einer, der für seinen Verein lebt und annimmt, alle anderen müssten dessen Relevanz ähnlich einschätzen. Einer, der seine Truppe im Griff hat und die (mittel)großen Künstler, die er zur Sitzung engagiert, ebenso. Das Warten auf das Eintreffen der kölschen Stimmungsband (die nicht kommen wird) ist die Klammer um das zweistündige Programm. Alle außer dem Präsidenten sind froh, dass ihn niemand auf der Bühne ablöst, denn was Weininger zu erzählen hat, ist zum Brüllen komisch, dabei aber keinesfalls flach, sondern dem Alltag gekonnt entnommen. Jeder kennt solche Typen wie die, von denen der Chef der „KG Raderdolle Spritköpp“ erzählt. Eitle Selbstdarsteller, tumbe Störenfriede, Amateure mit divenhaften Starallüren, den Chef selbst, der sich für einen begnadeten Manager hält und sein Scheitern nicht wahrhaben möchte.

Ein Bier nach dem anderen hilft dem überforderten Sitzungspräsidenten durch die Zeit, und am Ende haben die Zuschauer ganz viel Mitgefühl mit dem angeschlagenen Vereinsoberhaupt. Weininger kommt übrigens im März auch nach Kleve.