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VHS Goch stellt neues Programm vor

Bildung : Auch die VHS nimmt Präsenzunterricht wieder auf

Anmeldungen sind online und schriftlich möglich. Sprach- und Integrationskurse für Migranten gehen weiter. Zuletzt war auch bei der VHS Homeschooling ein großes Thema.

(nik) Den Einrichtungen für die Erwachsenenbildung ging es nciht anders als den Schulen: Seit Mitte März war’s plötzlich vorbei mit dem Lernen. Auch die Volkshochschule Goch-Kevelaer-Uedem-Weeze musste ihre Kurse wegen der Corona-Pandemie vom einen auf den anderen Tag beenden. Dennoch ging auch bei der VHS die Planung weiter, und deshalb wurde jetzt „ganz normal“ das Programmheft zum neuen Semester gedruckt. Es liegt ab sofort in den Unterrichtsgebäuden und an vielen öfentlichen Stellen im Verbandsgebiet aus. Anmeldungen für sämtliche Veranstaltungen sind nun möglich.

Vier Kommunen und das Land sind für die Finanzierung der Einrichtung zuständig, die Gebühren der Kursteilnehmer gehen ebenfalls ein in die Kostenrechnung. Der monatelange Lockdown brachte die Einnahmen zum Erliegen, mancher Dozent, dessen Verdienst wegbrach, war froh über die Soforthilfe des Bundes, die auch den Bildungssektor versorgte, weiß Theo Reintjes, Leiter der Gocher VHS. Gemeinsam mit seinen Kolleginnen Daniela Gust und – neu im Team – Monique Kling stellte Reintjes das Programm fürs zweite Halbjahr 2020 vor. Wie schon seit vielen Jahren stehen echte Bildungsangebote im Mitttelpunkt.

„Unser Auftrag ist ganz klar die Bildung, wir sind nicht dazu da, Hobbys zu fördern“, betont der VHS-Leiter. Auch bei Kreativ- oder Gesundheitskursen gehe es um Interaktion, Kommunikation, um Lernen. „Was ja nicht heißt, dass es nicht auch Spaß machen darf, unsere Kurse zu besuchen.“ So wird jeder seinen Yoga- oder Ikebana-Kursus im Heft (oder online) finden, vor allem aber geht es darum, beim Nachholen von Schulabschlüssen zu helfen, Migranten den Spracherwerb zu erleichtern, Fähigkeiten für den Berufseinstieg zu vermitteln.

„Corona hat unseren Webinare, also Online-Vorlesungen, noch einmal Schwung verliehen. In einer Erprobungsphase bieten wir diese Vorlesungen kostenlos an“, so Reintjes. Nur die EDV-Kurse im Netz sind mit Gebühren belegt. Was im kommenden Halbjahr ausfällt, sind Theaterfahrten und Reisen – die sind unter den Corona-Beschränkungen nicht möglich. Sportangebote finden, wo immer das machbar ist, draußen statt (so lange noch nicht Winter ist), gesungen wird nur in Kleinst-Gruppen: Es gibt eine Wiederholung der gut angenommen Stimmbildungs-Kurse.

Seit Jahren bietet die VHS Sprach- und Integrationskurse für Migranten an. Monique Klein, die diesen Bereich erst kürzlich übernommen hat, berichtet, dass die Unterbrechung dieser Kurse so kurz wie möglich gehalten wurde, denn nicht nur benötigen Ämter und Sozialbehörden Sprachabschlüsse von ihren Klienten, diese sind auch meist selbst sehr erpicht darauf, weiter zu kommen. Klein: „18 von 21 Teilnehmern am jüngsten Integrationskurs haben das Niveau B1 geschafft, drei zumindest A2.“ Und es gibt auch einige, die so intensiv gelernt haben, dass sie noch höhere Niveaus erreicht haben. Ein besonderer Dank gelte den Dozenten, oft pensionierte Lehrer, die (obwohl sie ja der Risikogruppe angehören) alles möglich gemacht hätten, um ihre Schüler nicht allein zu lassen. „Homeschooling“ war auch an der VHS das große Thema, inzwischen gibt es aber auch wieder Präsenzunterricht.