VHS Goch-Kevelaer-Weeze-Uedem stellt neues Programm vor

Weiterbildung : Integration bleibt wichtiges VHS-Thema

Vermutlich zum letzten Mal am gewohnten Ort, nämlich im Langenberghaus, stellte die Leitung der Gocher VHS das Programm fürs kommende Semester vor. Mit dem Umzug nach Pfalzdorf wird noch in diesem Jahr gerechnet.

Seit Jahren ist die Vermittlung der deutschen Sprache an Migranten ein wesentlicher Inhalt des umfassenden Programms, das die Volkshochschule abdeckt. Auch die VHS Goch-Kevelaer-Weeze-Uedem ist längst Fachanbieter für solche Kurse. Insbesondere die offiziellen Integrationskurse für Flüchtlinge mit einer guten Chance auf dauerhafte Anerkennung finden in Goch, Pfalzdorf und Weeze in großer Anzahl statt: „Wir als VHS leisten in diesem Bereich von allen Anbietern den größten Beitrag“, sagt Theo Reintjes durchaus stolz. Über dieses Thema und viele weitere informierten der Leiter der VHS und seine Stellvertreterin Daniela Gust im Pressegespräch.

Elf Kurse mit je sieben Modulen sollen laut Bundesamt für Migration dafür sorgen, dass Migranten möglichst schnell in Deutschland „ankommen“. Und zwar nicht nur, indem sie Vokabeln und Grammatik pauken. „Integration ist mehr als Sprache“, sagt Reintjes und verweist darauf, dass auch die Vermittlung von gesellschaftlichen Fragen dazu gehöre. „Wir haben tolle, sehr motivierte Dozenten, die mit viel Herzblut bei der Sache sind“, ergänzt Daniela Gust. Regelmäßig werden sie (für die Teilnehmer selbst kostenlos) weitergebildet, damit sie auch möglichst gute Vorstellungen von den Ländern und Lebensumständen haben, aus denen die lernenden Männer und Frauen kommen. Neben den Integrationskursen gibt es übrigens noch diverse weitere Kurse von der Alphabetisierung bis zu Zertifikatskursen für weit Fortgeschrittene.

Immer größer wird deshalb das Problem der Raumnot bei der VHS. Bekanntlich finden in Goch Kurse nicht nur im Langenbergzentrum, sondern auch im Arnold-Janssen-Haus, in Pfarrheimen und Schulen statt. Beschlossen hat der Zweckverband inzwischen, dass der Hauptsitz der Weiterbildungsanstalt in die leerstehende Pfalzdorfer Hauptschule wechseln wird. „Wir rechnen mit dem Umzug noch in diesem Jahr, die Anträge sind gestellt, nun wird auf die Bewilligungen gewartet. Und natürlich muss man auch Handwerksfirmen finden, die Zeit haben, den Umbau zu übernehmen - das ist derzeit nicht einfach“, stellt Reintjes fest.

Das Leitungs-Team der VHS hatte zunächst durchaus Bedenken, die Erwachsenen-Schule in einen Ortsteil zu verlegen, aber für die Entscheider überwogen die Vorteile. „Natürlich kann man am Pfalzdorfer Schulzentrum sehr gut parken, es gibt große Räume - das ist schon in Ordnung“, so Reintjes. Die Stadtwerke Goch hätten direkt vor dem Gebäude eine Bushaltestelle eingerichtet, die Örtlichkeit werde künftig in halbstündigem Turnus erreicht. Dennoch werde man nicht ohne Kursräume in der Innenstadt auskommen. „Wir werden sehen, wie die Bürger reagieren, ob sie unsere Veranstaltungen weiterhin gut annehmen und wie die logistischen Fragen gelöst werden“, erklärt Reintjes, der das Projekt jedenfalls „mittrage“.

Wie bisher ist das Kursprogramm sehr umfangreich, umfasst im ersten Semester 10.000 Stunden, von denen erfahrungsgemäß rund 8000 durchgeführt werden. Die Hefte werden seit gestern in den Verbandskommunen verteilt, neben der Anmeldung vor Ort ist es auch möglich, alles online zu arrangieren. Die Angebote sind auf die Fachbereiche Mensch und Gesellschaft, Kulturelle Bildung und Kreativität, Gesundheit, Sprachen, Berufliche Bildung, Schulabschlüsse und Studienreisen aufgeteilt. Zu den Highlights gehören Stimmbildung mit einer Opernsängerin, Internationales Kochen, Klettern in der Turnhalle, Radfahren in Norwegen und spannende Sprach-Angebote.

Schon jetzt kündigt die VHS Goch eine „Lange Nacht der Volkshochschulen“ im September an, die aus Anlass des in diesem Jahr 100-jährigen Bestehens der Volkshochschulen in Deutschland stattfinden wird (die hiesigen Einrichtungen sind aber noch längst nicht so alt).

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