Goch: "Verdacht gegen Stampa absurd"

Goch: "Verdacht gegen Stampa absurd"

Die engste Papst-Vertraute, die Uedemerin Ingrid Stampa, soll geheime Dokumente des Heiligen Vaters an die Öffentlichkeit gebracht haben. Pastor Theo Kröll kennt die 62-Jährige und meint: "Absoluter Unsinn".

Die wohl engste Vertraute von Papst Benedikt XVI., die 62 Jahre alte Ingrid Stampa, soll das Vertrauen des Heiligen Vaters missbraucht und entscheidend mit dazu beigetragen haben, dass aus den päpstlichen Gemächern Geheimdokumente gestohlen und öffentlich gemacht worden sind. Dies wird in einem Bericht der italienischen Zeitung "La Repubblica" behauptet. Eifersucht gegenüber anderen Papstberatern soll das Motiv der 62-Jährigen gewesen sein. Der Vatikan dementiert die Vorwürfe vehement.

Dennoch ist das Gerücht ist seit gestern nicht nur im Vatikan das bestimmende Gesprächsthema. Über den Verdacht wird auch im Kleverland diskutiert — schließlich wurde Ingrid Stampa am 23. Februar 1950 gegen 18 Uhr im damaligen St.-Laurentius-Hospital in Uedem geboren und verbrachte in der Schuster-Gemeinde ihre ersten beiden Lebensjahre. Ihre Mutter war Mechthilde Janßen, die 1912 in Uedem zur Welt gekommen war und später Klaus Stampa aus Verden an der Aller geheiratet hat. Und bis heute hält Ingrid Stampa Kontakt zu Menschen in ihrer niederrheinischen Heimat.

Einer dieser Menschen ist der Pastor der St.-Antonius-Gemeinde in Bedburg-Hau, Theo Kröll, der von 1997 bis 2010 in Uedem seelsorgerisch tätig gewesen ist. Der in Kevelaer geborene und in Kervenheim aufgewachsene Geistliche hat Ingrid Stampa mehrfach getroffen und per Telefon oder E-Mail "einen lockeren Kontakt" zu ihr. Als "absoluten Unsinn" bezeichnet Theo Kröll die Verdächtigungen gegen Ingrid Stampa. Für "absurd" hält der Bedburg-Hauer Pastor den Gedanken, dass Eifersucht auf andere Papstberater die 62-Jährige zu einem derartigen Vertrauensmissbrauch gegenüber dem Heiligen Vater verleitet haben könnte.

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Als "eine sehr bescheidene, sich selbst stets in den Hintergrund stellende Frau" hat Theo Kröll die gebürtige Uedemerin kennengelernt. Mehrfach sei er ihr auf Rom-Reisen im Vatikan begegnet. Einige Male traf der Seelsorger Ingrid Stampa, die mehrere Sprachen beherrscht, auch im Priesterhaus in Kevelaer, wo sie Vorträge von Exerzitienmeistern übersetzte. Vor etwa sechs Jahren besuchte die Papstvertraute, die 1991 — als Joseph Ratzinger noch Kardinal war — dessen Haushälterin wurde, auch ihre niederrheinische Heimatgemeinde Uedem. Nach einer gemeinsam gefeierten Messe stand Ingrid Stampa dann den Gemeindemitgliedern Rede und Antwort. "Es war eine sehr beeindruckende Begegnung, bei der die tiefe Bescheidenheit dieser Frau deutlich erkennbar war", erinnert sich Pastor Theo Kröll.

Der Gedanke, mit Ingrid Stampa Kontakt aufzunehmen und sie nach den Vorwürfen oder deren Wirkung auf sie zu fragen, ist dem Seelsorger aus Bedburg-Hau nicht gekommen. Für ihn ist es einfach nicht vorstellbar, dass nur der Hauch eines Verdachtes gegen die 62-Jährige gerechtfertigt sei.

(RP)
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