Veranstaltungen zum 150. Geburtstag der Boxteler Bahn

Hommersum : Feierstunde an der Kendelbrücke

Zum 150. Geburtstag der Boxteler Bahn hat die Stiftung Goch-Niers-Gennep sich mehrere Veranstaltungen ausgedacht. Etwa eine wechselnde Ausstellung und ein Treffen an der Kendelbrücke, die heute vor allem Radfahrer schätzen.

Die Idee, als gute Nachbarn Grenzen überwinden zu wollen, ist nicht neu. Schon vor 150 Jahren wurde erkannt, dass es sowohl der Wirtschaft, als auch der Bevölkerung gut tut, sich auszutauschen. Sicher, ohne Zoll und Grenzabfertigung ging das alles nicht, und natürlich waren auch Schmuggel und Vorbehalte aller Art an der Tagesordnung. Aber dass es überhaupt möglich war, sich über große Distanzen und über grenzen hinweg zu bewegen, lag im 19. und jungen 20. Jahrhundert in unserer Region vor allem an der NBDS, der Noord Brabantsch Duitsche Spoorwegmaatschappij. Diese Eisenbahngesellschaft, die bis zum Ersten Weltkrieg in Betrieb war, feiert in diesem Jahr ihren 150. Geburtstag. Die Stiftung „Goch, Niers, Gennep) würdigt das Ereignis unter anderem mit einer Ausstellung, die bereits im Fünf-Ringe-Haus zu sehen war und jetzt nach Gennep wanderte.

Zur Ausstellung war ein Buch mit zahlreichen historischen Postkarten erschienen, das jetzt an beziehungsreicher Stelle den Vertretern der Kommunen übergeben wurde. Die stellvertretenden Bürgermeisterinnen Gabi Theissen für Goch und Janine van Hulsteyn aus Gennep erhielten jeweils ein Exemplar. Zusammen mit vielen Vertretern des Gocher Heimatvereins und von Freunden aus dem Nachbarland traf sich die Gruppe an der Kendelbrücke in Hommersum. Nicht an derjenigen am Dorfplatz und schon gar nicht am grünen Übergang, den Puppenspieler Heinz Bömler so gerne für motorisierte Fahrzeuge frei sähe, sondern am Möhlenbruch, 200 Meter dorfauswärts. „Das ist ganz nahe der Stelle, wo früher das Duits Lijntje fur“, sagte Genneps Vizebürgermeisterin. Und damit der Zusammenhang noch klarer wurde, hatte Thei Jansen, der immer wieder vergnügt in seien Trillerpfeife blies, sich die Uniform des früheren Genneper Stationsschefs angezogen. Eine Fahrkarte oder einen Passierschein brauchten die Gäste jedoch nicht: Heutzutage darf man zu Fuß oder mit dem Rad so oft über die Kendelbrücke pendeln wie man möchte.

Stationsvorsteher „Thei Jansen“ war bei der Feier auch dabei. Foto: Anja Settnik

Bei ungewohnt sengender Sonne beschränkten sich die Vereins- und Städtevertreter auf wenige Worte von Frieden, Freiheit  und Freundschaft. Die dreieinhalb Kilometer vom Flüsschen bis zum Museum und zum historischen Rathaus, in dem ein Lunch gereicht wurde, legten die meisten Gäste mit dem Rad zurück. In den kommenden Wochen können Interessiere die Ausstellung in der KennisKeuken am Ellen Hofmannplein noch besichtigen.

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