Goch-Kessel: "Urgestein" Franz Giesbers in Kessel zu Grabe getragen

Goch-Kessel: "Urgestein" Franz Giesbers in Kessel zu Grabe getragen

Das ganze Dorf war auf den Beinen, um Abschied zu nehmen von einem "Kesseler Urgestein": Franz Giesbers, im Alter von 91 Jahren gestorben, ist auf dem Friedhof seines Heimatortes unter großer Anteilnahme der Bürger und der Vereine Kessels zu Grabe getragen worden.

Franz Giesbers war Zeit seines Lebens als wahrer Tausendsassa bekannt und weit über die Grenzen des Dorfes hinaus auch beliebt, nicht nur, weil er auf zahllosen Mundart-Veranstaltungen im ganzen Kreisgebiet auftrat. Überhaupt war die heimatliche Mundart eines seiner großen Hobbys: Er konnte "Dönnekes" vortragen wie kaum ein anderer und er schrieb auch selbst Gedichte und Geschichten im Platt seiner Heimat.

"Daheim" in Kessel war der Mann, der in seinem Berufsleben bis zur Pensionierung 1990 bei der Firma "Jomo" arbeitete und dort auch jahrzehntelang Betriebsratsvorsitzender war, aktiv wie kein anderer. Er war mehr als 50 Jahre lang der Sankt Martin (übrigens auch in Kleve und Reichswalde), er war seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs allerorten als Heiliger Nikolaus unterwegs, er war in der Kesseler Pfarre über 80 Jahre lang als Messdiener und Lektor tätig und engagierte sich in der Seniorenarbeit. Grund genug für Pfarrer Norbert Hürter, ihn für eine hohe und nur selten verliehene Auszeichnung vorzuschlagen: Im August 2004 wurde Franz Giesbers durch den damaligen Regionalbischof Heinrich Janssen mit dem päpstlichen Orden "Pro Ecclesia et Pontifice" (Für Kirche und Papst) geehrt.

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Alle Aktivitäten des seit mehr als 60 Jahren mit Gattin Hanna verheirateten Vaters zweiter Töchter und mehrfachen Großvaters aufzuzählen, ist unmöglich, aber einige seien noch genannt. In der Laientheatergruppe Tingeltangel war er ein Mann (und Schauspieler) der ersten Stunde, auch im Fußballverein des Ortes, der Spielvereinigung Kessel, war er vom ersten Moment im Jahr 1946 an aktiv, erst als Spieler, später in allen möglichen Funktionen, darunter auch 19 Jahre als 1. Vorsitzender. Und auch im Karneval war der Mann, der erzählen konnte wie kaum ein anderer, natürlich an vorderster Front vertraten: 1972 war er für Kessel sogar der Karnevalsprinz der Stadt Goch.

(RP)