Unternehmerabend zum Thema Wohnen in Issum.

Unternehmerabend in Issum : Brüx: bezahlbaren Wohnraum schaffen

Um das Thema „Wohnen in Issum“drehte sich der Unternehmerabend der Wirtschaftsförderung des Kreises Kleve.

Das Thema der Wirtschaftsförderung des Kreises Kleve „Wohnungsbau in Issum: Bedarfe – Flächen – Programme“ hatte zur Freude des Geschäftsführers Hans-Josef Kuypers unerwartet viele Interessenten angesprochen. „Issum wird bis 2030 einen Bedarf an 420 Wohnungen erfüllen müssen“, zitierte der Wirtschaftsförderer aus einer Studie.

Bürgermeister Clemens Brüx analysierte zunächst für seine Gemeinde, dass die Anforderungen an das Wohnen sich hinsichtlich Freizeitverhalten, Arbeitsplätze und Mobilität der Bürger wandeln werden. „Das Ein-Personen-Wohnen wird die häufigste Wohnform, auch bei uns“, verwies der Bürgermeister auf das neu installierte Baumanagement in Issum. Seine Gemeinde stehe vergleichsweise noch gut da, da die Politik mit Augenmaß und Vernunft entscheide. Er konzentriere sich darauf, bezahlbaren Wohnraum für alle Altersgruppen zu schaffen, und zwar besonders für die geringer verdienende Mittelschicht und das eigenständige Wohnen im Alter. „Die Grundstückspreise liegen bei 160 Euro je Quadratmeter, vereinzelt mit Ausschlägen bis 200 Euro. Niedrige Zinsen auf der einen Seite, andererseits der Anstieg von Baukosten um 36 Prozent in den letzten Jahren: Wie sollen sozial Schwächere das bezahlen?“, zeigte der Bürgermeister auf, warum er den Schwerpunkt in Issum auf sozialen Wohnungsbau legt.

Bauamtsleiter Jürgen Happe leitete über in Daten und Fakten. Er verwies neben dem so genannten Baulückenschluss in Issum (zehn Wohneinheiten) und Sevelen (24) auf die umfangreichsten Bebauungspläne für die kommende Dekade: 60 Wohneinheiten an der Bonhoefferstraße und 54 Wohneinheiten sowie 13 Wohneinheiten in Mehrfamilienhäusern speziell für Senioren am Vogt-von-Belle-Platz in Issum. Die signifikanten Baugebiete in Sevelen liegen an der Schanzstraße (55 Wohneinheiten als Mehr- und Einfamilienhäuser), am Büllenhof (Einfamilienhäuser) sowie an der Antoniusstraße.

Clemens Brüx beantwortete eine Frage aus dem Publikum hinsichtlich der Arbeitswelt der Zukunft für Issum: „Wir bieten nur die Rahmenbedingungen für die Unternehmer. Im Gewerbegebiet am Schankweiler mit guter Verkehrsanbindung in Issum sind von 77.000 Quadratmetern inzwischen nur noch 25.000 Quadratmeter für unsere lokalen Unternehmer frei.“

Im Austausch: Moderatorin Andrea Franken, Ronny Czadzeck, Ulrich Platen, Stephan Kunz und Torsten Teloy (v.l.). Foto: Evers, Gottfried (eve)

Bei der Frage nach einer öffentlichen Förderung einer Umbaumaßnahmen gaben die Finanzexperten wichtige Hinweise. Ulrich Platen (Sparkasse Krefeld) sowie Ronny Czadzeck und Torsten Teloy (Volksbank an der Niers) beschrieben an einigen Beispielen, was alles mit Landes- und Bundesmitteln förderfähig ist, wenn ein individuelles Finanzkonzept bei Neubau oder Sanierung einer Immobilie kalkuliert wird. Wichtig sei, dass die Förderanträge unbedingt vor Baubeginn gestellt werde. Stephan Kunz (NRW.Bank) bestätigte, dass einfache Anträge seitens der NRW.Bank häufig innerhalb eines Arbeitstages beschieden werden. Es gab jede Menge praktische Tipps von den Bankkaufleuten: „Zunächst sollten sich Immobilienkäufer ausgiebig mit dem Thema beschäftigen“, so Czadeck. Platen empfahl: „Ein konkretes Zielbild definieren. Und zwar mit langer Zinsbindung und möglichst hoher Zinstilgung.“ Probehalber könnten Bauherren schon einmal die künftige Wunschrate vom Familienbudget beiseite legen.

Die Runde mit den örtlichen Architekten mit Berthold Grüntgens, Heinz Stenmans und Andreas Ruhnau war sich einig, dass ein Bauvorhaben neben einer guten Planung in einem überschaubaren Zeitrahmen abgewickelt werden sollte. Gar nicht so einfach angesichts voller Auftragsbücher bei den Handwerkern.