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Unternehmerabend der Wirtschaftsförderung Kreis Kleve in Weeze

Weeze : Weeze will Wohnraum schaffen

Rekordbesuch beim Unternehmerabend der Wirtschaftsförderung Kreis Kleve im Waldhaus Dicks: Fast 2000 zusätzliche Wohneinheiten werden bis 2030 in der Gemeinde benötigt. Weeze wächst und packt an.

Bis zum Jahr 2030 werden laut einer Wohnungsmarktstudie rund 20.000 zusätzliche Wohneinheiten im Kreis Kleve benötigt, um dem steigenden Wohnraumbedarf gerecht zu werden. Etwa jede Zehnte davon (1949) wird laut der Prognose in der Gemeinde Weeze nachgefragt werden. Weeze wächst. Wie und wo die Leuchtturm-Gemeinde mit dem Flughafen versucht, dem zukünftigen Bedarf an bewohnbarem Raum Herr zu werden, das erklärte Bürgermeister Ulrich Francken auf dem Unternehmerabend der Wirtschaftsförderung Kreis Kleve im Waldhaus Dicks.

„So viele Besucher haben wir schon lange nicht mehr auf einem Unternehmerabend gehabt“, stellte Francken beim Blick in die große Runde fest. Das Interesse an der Entwicklung des Wohnraums war groß. Bei dem ambitionierten Bedarf an neuem Wohnraum von rund 2000 Wohneinheiten auch kein Wunder. Wo genau, welche baulichen Maßnahmen geplant sind, das skizzierte Bürgermeister Francken in seiner Präsentation.

In Wemb sollen bis 2030 rund 600 neue Wohneinheiten entstehen. 500 davon in einem im Westen gelegenen Siedlungsbereich der Weezer Ortschaft. Weitere 100 sollen im Wember Ortskern dazukommen. In den letzten zehn Jahren sind bereits 435 neue Wohneinheiten im Gemeindegebiet entstanden (310 Ein- und Zweifamilien- sowie 125 Mehrfamilienhäusern). Die Gemeindeverwaltung hat eine klare Mission: Sie will den Bedarfsprognosen nachkommen. „Wir wollen den Menschen Raum geben, für ihr neues Zuhause“, informierte Francken.

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Mit durchschnittlich 44 neuen Wohneinheiten, die pro Jahr entstehen, hinkt die Gemeinde dem zukünftigen Wohnraumbedarf gegenwärtig hinterher. Doch weder Rat, noch Verwaltung oder Bürgerschaft lassen sich davon beeindrucken. Weeze packt an. „Ich höre in Weeze häufig das Wort ‚Wir´. Das ist nicht überall so“, berichtete Hans-Josef Kuypers, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Kreis Kleve, über die starke Solidargemeinschaft in Weeze.

Auf dem Gelände der ehemaligen Thermometer-Fabrik von Hermann Künzel sollen 15 Wohneinheiten entstehen. An der Bahnstraße und dem Reintjesweg werden voraussichtlich weitere 60 zur Verfügung gestellt. Das alte Rewe-Gelände könnten mit bis zu 20 Doppel- und Reihenhäuser bebaut werden. Auch in dem Bereich zwischen der Weller- und Karl-Arnold-Straße könnte neuer Wohnraum entstehen, heißt es. In dem Neubaugebiet „Phillipsen Wiesen“ befinden sich 38 Grundstücke. Dort beginnen die Bauarbeiten im nächsten Monat. Das Steegsche Feld hält 55 Grundstücke bereit. Hier könnten die Bauarbeiten 2021 beginnen. Entstehen soll ein neues, zentrumnahes Stadtteilquartier nach neusten ökonomischen und ökologischen Gesichtspunkten.

In zwei Gesprächsrunden mit ortsansässigen Vertretern aus dem Bankwesen und der Baubranchen (mit Arnd Feegers, Carsten Ostendorp, Ludwig Beckers, Kevin Minor und Mirza Güden) wurden über Finanzierungsmöglichkeiten und über strukturelle Hürden beim Wohnungsbau diskutiert. „Bei altersgerechten Eigentumswohnungen haben wir noch einen enormen Bedarf“, erklärte für die Volksbank an der Niers Arnd Feegers. Darüber hinaus würden die immer höheren Anforderungen an Neubauten durch Novellierungen der Bauordnung die Preise der Immobilien in die Höhe schießen lassen. „Die Spirale der Kostensteigerung muss aufhören, damit sich die Menschen auch weiterhin ein Eigenheim leisten können“, meinte Architekt Kevin Minor.

Ein großes Problem sehen die Diskutanten insbesondere in der Zunahme des Fachkräftemangels. „Du kannst noch so gute Bauentwürfe machen und noch so viele Investoren haben. Es muss jemand vor Ort umsetzen“, informierte Minor. Um die Attraktivität der Arbeit auf dem Bau zu verbessern, würden die Unternehmen übertariflich bezahlen, gratis Mittagessen anbieten und einen kostenlosen Zugang zu Fitnessstudios gewähren, heißt es.