Goch: Umbruch für Stadionstraße

Goch : Umbruch für Stadionstraße

Die Gewoge investiert eine Million Euro in die alte Häuserzeile an der Stadionstraße: Hier sollen mit Blick auf das künftige citynahe Baugebiet gegenüber hochwertige, modern geschnittene Reihenhäuser entstehen.

kleve Die Stadionstraße in Kleve steht vor einem radikalen Umbruch. Das große Gelände des ehemaligen Schlachthofes und der Sportplatz an der Merowingerstraße ("Mero"), die von der Stadionstraße im eleganten Bogen umfasst werden, soll sich von der einstigen sozialen Randlage zum Filetstück für gehobene Wohnbebauung mit Öko-Anspruch wandeln. Die städtischen Häuser wurden abgerissen, nur das Asylantenwohnheim aus den 90er Jahren neben der Schlachthof-Villa blieb stehen. Aber auch die historische Häuserzeile am anderen Ende der Straße wird jetzt aufwändig saniert. Denn während das Terrain seit dem Abriss der Häuser im Oktober 2007 brach liegt und auf den von der Politik versprochenen Bebauungsplan wartet, saniert jetzt die Klever Gewoge-Wohnungsbaugesellschaft ihre letzten Häuser aus den 30ger-Jahren und bewahrt der Stadt Kleve damit ein Stück Geschichte.

Rund eine Million Euro nimmt Michael Dorißen, Geschäftsführer der Klever Gewoge, in die Hand, um die alten Backstein-Reihenhäuser auf den neuesten Stand zu bringen. Lange fristeten die sechs in den 30er Jahren erbauten Zweifamilien-Reihenhäuser ein Schattendasein. Dabei waren die dem Mero-Fußballplatz gegenüber liegenden Gebäude solide erbaut worden.

"Es sind die letzten Häuser aus dieser Zeit, die noch zur Gewoge gehören. Möglicherweise waren das Wohnungen für die Arbeiter des stets wachsenden Elefanten-Werks – aber das konnten wir nicht mehr zuordnen", sagt Michael Dorißen, der für die Häuserzeile tief in die über 100-jährige Geschichte der Gewoge getaucht war. Eins ist aber sicher: "Die seinerzeit so liebevoll gestaltete Fassade wollen wir in ihrer ursprünglichen Form erhalten und wiederherstellen", sagt er im RP-Gespräch. Auch die Fenster und die Haustüren werden "historisch" erneuert, ebenso die Blendläden, die der Fassade ihr Gesicht geben.

Die Bagger sind angerückt, das Ensemble soll im Zeitraum Frühjahr/Sommer 2010 fertig werden. Die runde Million Euro, die Dorißen für den Bau veranschlagt hat, wird über eigene Mittel, aus zinsgünstigen Krediten der KfW-Bank sowie einer Förderung über die Bafa finanziert. Denn die Häuser werden in einen Neubaustand versetzt, die schützenwerte Backsteinfassade von innen gedämmt. Zur Gartenseite hin bekommen die Häuser eine Wärmedämmfassade und eine Solaranlage, es wird eine zentrale Heizanlage geben.

Planung und Ausführung des Komplexes liegt beim Planungsbüro von Dipl. Ing. Harald Schüßler. Die Planer griffen vorsichtig in die alte Substanz ein und werden die kleinteiligen Wohnungen in sechs großzügige, modern und hochwertig ausgestattete Reihenhäuser verwandeln.

Die haben schon jetzt erste Liebhaber gefunden: "Die ersten Voranfragen liegen vor", sagt Michael Dorißen.

(RP)
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