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Uedem: RP-Leser streitet mit Gemeinde über Bäume

Bürgermonitor : RP-Leser streitet mit Gemeinde über Bäume

Vor dem Haus auf der Keppelner Straße steht ein Haselnussbaum, dessen Blätter im Herbst die Dachrinne in knapp sieben Metern Höhe verstopfen.

Günter Jansen hat die Nase voll. „Diese Sache treibt mich schon lange um“, sagt er. Sein Problem: Vor seinem Haus auf der Keppelner Straße steht ein Haselnussbaum, dessen Blätter im Herbst die Dachrinne in knapp sieben Metern Höhe verstopfen. „Ich erwarte, dass die Gemeinde die Bäume auf dem Gehweg jährlich soweit zurückschneidet, dass die Dachrinne meines Hauses nicht mehr überragt wird“, sagt Jansen im Gespräch mit unserer Redaktion.

An seiner Seite weiß er drei weitere Anwohner der Straße. Ihnen gegenüber steht die Gemeinde Uedem, die sich weigert, die Bäume in dem Maße zurückzuschneiden, wie Jansen und Kollegen es sich wünschen. Die Verwaltung verweist auf Anfrage unserer Redaktion auf das entsprechende Gerichtsurteil. In diesem heißt es: „Die Klage ist unbegründet. Der Kläger hat keinen Anspruch auf Rückschnitt der Bäume, Reinigung der Dachrinne oder zumindest Übernahme der Kosten hierfür durch die Beklagte“. Das Verwaltungsgericht Düsseldorf verweist weiter auf die gesetzliche Duldungspflicht, der nach Eigentümer von Grundstücken an öffentlichen Straßen die Einwirkungen von Pflanzen akzeptieren müssen.

„Das Gericht hat eine Entscheidung gefällt. Aber aus meiner Sicht ist es das noch nicht gewesen. Ich hoffe darauf, dass die Spielregeln in dieser Angelegenheit geändert werden“, sagt Rentner Jansen weiter. Konkret heißt das: Die Gemeinde soll die Bäume aus Kulanz beschneiden. Schließlich müsse er die Dachrinne nun mit behelfsmäßigen Besen reinigen, da er diese sonst nicht erreiche. „Das ist ein sehr unbefriedigender Zustand. Ich hoffe da einfach auf Vernunft seitens der Gemeindeverwaltung und des Bürgermeisters“, sagt Jansen. Die Verwaltung verweist auf Anfrage wiederum darauf, dass die Bäume ohnehin in regelmäßigen Abständen, allerdings nicht jährlich, beschnitten würden. RP-Leser Jansen reicht das nicht: „Da werden dann unten am Baum Äste entfernt, aber die Krone wird nicht berührt. Und genau um die geht es doch hier“, erklärt er weiter.

Zum Hintergrund: Ursprünglich wurde der Haselnussbaum als Werbemaßnahme der Issumer Brauerei Diebels in Uedem gepflanzt. „Meiner Meinung nach hat die Verwaltung damals nicht genau hingesehen und ignoriert, dass diese Baumart an dieser Stelle und an der Straße nicht passt“, erklärt Jansen. Schließlich sei in der Folge kein weiterer Haselnussbaum mehr gepflanzt worden, ob des hohen Fruchtaufkommens seien die Bäume im Herbst denkbar ungeeignet für den öffentlichen Raum. Mittlerweile sei es gar so schlimm, dass ob des fehlenden Formschnitts die Straßenbeleuchtung bewachsen würde. „All das passiert nicht in kurzer Zeit, sondern nur dann, wenn von den Verantwortlichen jahrelang weggeschaut wird und der Bürger nicht eingebunden wird“, sagt Günter Jansen. Er wolle weiterhin den Dialog mit der Gemeinde suchen.